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Kamp & Whizz Vienna

»Versager ohne Zukunft«

Dass der hochnäsige Deutsche dieser Tage ausnahmsweise mal nicht über den großen Teich, sondern gen Wien schielt, liegt an, den »Versagern ohne Zukunft«, Kamp & Whizz Vienna. Jedoch weder aufgrund innovativer Stakkatoreime, noch zeitgemäßer Technobeats, denn in erster Linie der ignoranten »don‘t give a fuck«-Attitüde wegen, die beide auf den 19 Tracks kredenzen.
Whizz Viennas gemächliche Sample-Geschosse, die aus Prinzip nicht die 80bpm überschreiten, bieten Kamp die perfekte Unterlage, um sich phlegmatisch im Selbstmitleid zu suhlen. Doch Vorsicht! Auch wenn Curse für die Vocal-Cuts her hält, serviert Kamp seine Loserstorys mit einer gehörigen Portion Ironie und Zynismus. Der sympathische Antiheld stellt sich den, dank Wodka- und Weed-Missbrauch herbeigerufenen hausgemachten Dämonen, fegt die Scherben seiner großen Liebe zusammen und trauert dem fehlenden Glück hinterher. Jenes Glück, das Kamp als Voract von Eminem bereits für kurze Zeit inne hatte. Seine bissig pointierten Wortspiele belegen warum.
Klar sind einige Samples teilweise arg ausgelutscht, doch in seiner Gesamtheit geht das Album um den Titel »Deutschrap-Platte des Jahres« ins Rennen. Und wer 2009 noch mit Graffiti-Hymnen daher kommt, sammelt ohnehin Pluspunkte.

Benjamin Mächler

‘Versager ohne Zukunft’ im HHV-Shop