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Eine Funk-Band covert den Wu-Tang Clan, für den wiederum gekonntes Sampling aus dem Fundus der afro-amerikanischen Musik der letzten 50 Jahre die Raison d‘être war und ist. Jacques Derrida hätte Freudentränen in den Augen.
Da wir uns hier aber nicht mit postmodernem Geschwurbel aufhalten wollen und lieber über Musik an sich als über deren akademische Dekonstruktion sprechen wollen, ist das erstmal Wurscht. “Enter the 37th Chamber” funktioniert nämlich auch ohne intellektuelle Überhöhungen, vor allem deswegen, weil das neunköpfige Kollektiv nie den Fehler macht in die seichten Gewässer der aktuellen Rare-Groove-Revival–Festspiele abzudriften. Freilich ist das Ausgangsmaterial plakativ – mit welcher Abgezocktheit sich El Michels Affair aber damit auseinandersetzen, ist bemerkenswert. Hier drängt niemand auf den Tanzboden, so einfach das mit “Shimmy Shimmy Ya” oder “Protect ya Neck” auch wäre. Vielmehr kleidet man RZAs Vorlagen in eine an den großen David Axelrod erinnernde Ästhetik, die die Stücke beinahe noch staubiger klingen lässt als deren ursprüngliche Sample-Quellen. Alter Wein in neuen Schläuchen schmeckte nie besser.
Florian Aigner
‘Enter the 37th Chamber’ im HHV-Shop
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