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The Whitest Boy Alive

»Rules«

Gestartet ist das in Berlin beheimatete Quartett um Ex-Kings Of Convenience-Sänger Erlend Oye vor etwa drei Jahren als Electro-Projekt. Wie auch schon auf dem Vorgänger, ist auf »Rules« davon allerdings wenig bis gar nichts mehr geblieben, allenfalls die Funk-Basslines und der treibende, bisweilen housige Groove der Stücke erinnern noch vage daran. Ansonsten setzt man sich beim weißesten lebenden Jungen keine großartigen musikalischen Grenzen. Von Indiepoprock bis hin zu Acid-Jazz-mäßiger Relaxtheit reichen die Einflüsse. Über allem schweben die wundervoll melancholischen Vocals von Oye. Das könnte schrecklich beliebig klingen, tut es aber nicht.
Im Grunde kann man »Rules« als spontan entstandenes Konzeptalbum bezeichnen, was nur scheinbar ein Widerspruch in sich ist. Denn die Stücke basieren zwar auf Ideen aus Jam-Sessions und Soundchecks während der letzten Tour, setzen sich inhaltlich aber allesamt mit einer der titelgebenden ›Regeln‹ auseinander. Aufgenommen wurden sie ausnahmslos One-Take, ohne elektronische Hilfsmittel, Overdubs oder Effekte, und zwar in einem selbstgebauten Studio in Mexico. Tja, wenn‘s der Schaffung guter Musik dient… Genau das hat es in diesem Fall.

Oliversum

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