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Stefan Kozalla kann alles. Sozen-Hop mit Fischmob anno dazumal, luftig angefunkten Pop mit International Pony, RTL Punkt 12 Samples als Adolf Noise, gnadenloses Gebretter alsMonaco Schranze. Dass der gebürtige Flensburger aber auch in seiner Hauptbeschäftigung als DJ Koze kaum in Schubladen passt, ist umso bemerkenswerter.
Über Get Physical erscheint nun eine Werkschau seiner wichtigsten Remixes der letzten acht Jahre und das eigentlich sensationelle daran ist: “Reincarnations” läuft durch wie ein konzeptionelles Künsteralbum, trotz oder gerade wegen seiner enormen stilistischen Vielfalt. Kozes Matthew Dear Remix klingt als hätte J Dilla posthum beschlossen mit Four Tet zu kollaborieren, aus Sascha Funkes Überhit “Mango” macht der Wahlhamburger eine IDM-Tour de Force, “Mutes” schlägt die Brücke zwischen Ambient und Microhouse, der weirde Kabarettcharme der irren Franzosen von Noze wird pointiert herausgearbeitet und in einen verschleppten Groove gepackt. Selbst “Kaltes Klares Wasser” versprüht nach Kozes Bearbeitung eine warme Funkiness und über die herrlich angecheeste Neuinterpretation von Aguayos “Minimal”-Persiflage wurde schon genügend geschrieben. Dass das großartige “Atlas” Monate lang als Klingelton des für diese Zeilen Verantwortlichen fungierte, kehren wir mal elegant unter den Teppich. Zu viel Lobhudelei ist bekanntlich ungesund.
Florian Aigner
‘Reincarnations’ im HHV-Shop
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