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Wenn der Kontrabass am Anfang von »Keep It Raw« einsam seine lässige Figur spielt, werden indirekt die mannigfachen Möglichkeiten, denen dieses Album fortan nachgehen könnte, aufgezeigt. Jazz, Funk, Hip-Hop, Afrobeat, Samplism – das alles ist nach diesen ersten Sekunden erdenklich. Wirklich aufregend wird das Debütalbum von Christoph Doepke aka Dusty in jenem Moment, in dem deutlich wird, dass sich der Münchener eben nicht entscheidet. Als wäre es das normalste auf der Welt, lässt er die verschiedenen Genres ineinanderfließen und zusätzlich, durch kompositorisches Geschick, kleine überraschende Wendungen und Kniffe in den zehn Tracks entstehen. Das erinnert insbesondere in den Sample-lastigeren Momenten an ältere Ninja-Tune-Veröffentlichungen von Funki Porcini bis Skalpel. Darüberhinaus hat der Jazz&Milk Records-Betreiber Doepke ein Faible für lateinamerikanische Klänge, was dem Werk zwar eine zusätzliche, exotische Note verleiht, manchmal etwas akzentuierter hätte gesetzt werden können. Doch getragen von rhythmischer Vielseitigkeit und den Geist der Ungebundenheit atmend, darf prophezeit werden, dass uns diese Musik noch weit bis in den Hochsommer hinein begleiten wird. Sebastian Hinz |

