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Greyboy

»15 years of west coast cool«

15 Jahre, eine lange Zeit im wohl schnelllebigsten Geschäft auf Gottes Erdboden. 15 Jahre mit Instrumental Hip Hop und Jazz, einer sich an der Peripherie der Rentabilität bewegenden Kombination. Eine Ewigkeit. Dazu fünf Alben plus eine Litanei an Singles – beachtlich.
Doch genug der Lobhudelei, die hat Andreas Stevens – so Greyboy mit bürgerlichem Namen – gar nicht nötig. Mit “15 Years of West Coast Cool” hat er ein erstklassiges ‘Best Of’ zusammengestellt, das locker-fluffig, wie Johnny Weissmüller, zwischen Saxophon und Flöte, Hip Hop (Muddie und A.G. ), Soul (Nino Moschella), R’n’B (Bart Davenport), Funk (Sharon Jones) und eben Jazz umherschwingt und nie ins Leere greift. Tiefe Basslines, das routinierte Ohr sowie der geschulte Blick tragen Greyboy vielmehr in luftige Höhen.
Wenn einen da oben dann der jazzige “Whirlwind” – absoluter Anspieltipp – erfasst und die erwähnte Lockerheit mit einem Hauch von Geheimnis umweht, will man verdammt nochmal einen Plattenspieler mit Repeat-Funktion sein Eigen nennen, der den Track bis ultimo wiederholt, ohne dass man einen Finger rühren muss. Allerdings: das wäre wiederum eine Beleidigung für die restlichen Glitzersteine. Luxusprobleme.

Roman Högerle

‘15 Years of West Coast Cool’ im HHV-Shop