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Grace Jones

»Hurricane«

Nach 19 Jahren meldet sich die Exotin wieder zu Wort. “This is my voice, my weapon of choice”. So beginnt “Hurricane”, das auf Wall of Sound erschienene Album von Grace Jones. Düster, bedrückend und irgendwo auch den 80ern vepflichtet, schafft es Jones doch nicht verstaubt zu klingen.
An Mitarbeitern hat es, wie es scheint und durch eine enorme Liste bestätigt, nicht gefehlt. Sly & Robbie, Brian Eno, Tricky, und noch weitere bastelten an dem zeitlosen Popsound, der wie Jones´ Wurzeln zwar im Tschernobyl-Jahrzehnt liegt, doch kaum etwas von diesem Alter durchschauen lässt.
Die Stimme, ihre Waffe hält die Vielseitigkeit von dunkler Elektronica, Reggae, Pop und Dub zusammen, die sie hier zelebriert. Vieles erinnert gleichzeitig stark an die Sounds, die Massive Attack und Tricky Mitte der 90er kreierten -besonders stark auf “Corporate Cannibal” zu hören.
Doch immer wieder schafft Jones dieses Düstere und Berechnende gegen eine jamaikanische Lockerheit zu tauschen. Die Reggae-Einflüsse zeigen dann eine andere Seite der exotischen Stimmenwaffe. “Love you to Life” ist eines dieser Uptempo-Reggae-Stücke, die “Hurricane” nicht im Keller lassen, sondern es auch ans Flackerlicht bringen.
Die unterkühlte Diva überrascht. Nicht nur hätte man ihr wohl kein Comeback zugetraut, auch die Art und Weise desselben ist hoch zu schätzen. Vielseitig aber nicht gewollt und überhastet lässt sie die versammelte Popgemeinde wieder ihre Coolness spüren. Immer etwas außerhalb stehend, versteht sie es aber uns doch von innen her zu treffen.

Daniel von der Vring

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