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Animal Collective

»Merriweather Post Pavillion «

Es soll ja tatsächlich Menschen geben, die immer noch krampfhaft versuchen, den vier Weirdos aus Baltimore die längst verdiente musikalische Immunität abzuerkennen. Zu arg “Strawberry Jam” Reloaded sei “Merriweather Post Pavillion” geworden, zu viele alte Panda Bear Spuren seien zweitverwertet worden. Das mag ansatzweise korrekt sein, die unfassbare Genialität des mittlerweile schon neunten Animal Collective Albums schmälert es jedoch keineswegs. Selten war Popmusik so anarchisch und zugänglich zugleich und, auch wenn es ein von der Fachpresse ständig bemühter Vergleich sein mag: nie hat eine Band “Pet Sounds” so virtuos ins neue Jahrtausend übersetzt wie Panda Bear & Co.
Notorisch schlecht gelaunte Blogosphären-Klugscheisser mit 8 dpt werden beklagen, dass “Merriweather Post Pavillion” strukturelle Konventionen nicht mehr ablehnt, sondern umarmt – mehr Harmonie, weniger Jazz- und Avantgarde-Geschwurbel. Genau damit verkennt das snobistische Pack aber den entscheidenden Faktor, der “Merriweather Post Pavillion” zum bisher besten Animal Collective Album macht. Das synthetisch-treibende “My Girls” wäre noch vor zwei Jahren vermutlich nach drei Minuten von einem anstrengenden Ambient-Intermezzo oder einem Klarinettensolo gebrochen worden, im Winter 08/09 bekennt sich das Kollektiv jedoch zum Hit. Ohne freilich auf Didgeridoos, experimentelle Tribal-Percussion, Vielstimmigkeit, elektronische Störfetzen und all den anderen geilen Avantgarde-Scheiss zu verzichten. Best of both worlds, würde der Ami sagen.
Eigentlich ernüchternd schon Anfang Januar zu wissen, wer in knapp 12 Monaten zu Recht alle Listen dominieren wird.

Florian Aigner

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