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CLP

»Supercontinental«

Snap Music und Booty Hop taten sich traditionell schwer in unseren Gefilden. Erst durch die, nicht zuletzt von Mad Decent und Girl Talk salonfähig gemachte, Mash Up-Kultur, vor allem aber über die jüngste Ironisierung durch Spank Rock und Yo Majesty!, fühlte man sich auch mit allgemeiner Hochschulreife ermächtigt, sturzbetrunken »Face Down, Ass Up«-Kommandos zu geben und sich noch schnell einen Plastik-Grill fürs Wochenende zu besorgen.
Dass Chris de Lucas‘ und Phon.Os Verbeugung vor Miami und dem dreckigen Süden also gerade perfekt in diese Zeit passt, darf man jedoch nicht als Ergebnis eines ausgeklügelten Marketing-Plans missverstehen. Die beiden Berliner Weißbrote waren schon vor Jahren dort, wo man mit Melanin-Defizit nicht unbedingt ganz oben auf den Booking-Listen steht. Kerngesund zurückgekehrt von DJ-Sets aus abrisswürdigen Ami-Lagerhallen, präsentiert das Duo nun auf »Supercontinental« seine Interpretation von Crunk Techno und Miami Bass.
Die Produktion ist durchweg state of the art, für »Dip Shorty« würde Missy Elliott alles stehen und liegen lassen, »Insatiable« hätte »Shock Value« gut getan und »Flash Bakk« schreit nach einem Double-Time-Gewitter von Luda. Und genau hier liegt das Problem: so löblich es sein mag, die Gästeliste mit geerdeten Künstlern wie Zion I, Kovas oder Rayzaflo zu besetzen, so klaffend ist die Lücke zwischen Beats und Vocals. Man mag es auf MTV schieben, dass man zu synkopiertem Euro-Crunk gefälligst auch Weezy und T.I. serviert bekommen will, dennoch lässt sich nicht überhören, dass hier einfach die Platzhirsche fehlen, die »Supercontinental« mit der nötigen Prise Ignoranz und Wahnsinn auf das nächste Level hieven könnten.

Florian Aigner

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