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of Montreal

»Skeletal Lamping«

Der Gemischtwarenladen, der sich Of Montreal nennt ist wieder geöffnet. Wieder kann man die verquere, nicht stringente Sammelleidenschaft von Kevin Barnes als den roten Faden von »Skeletal Lamping« bezeichnen. Dabei sind so viele Versatzstücke und Ideen im Spiel, dass man als Hörer keine Minute ruhig sitzen will. Immer wieder wird man von dieser Musik überfahren. Was als lockere Popnummer beginnt, prügelt einen plötzlich in den Sessel. Die Bandbreite des Eröffnungsstückes »Nonpareil Of Favors« allein reicht von fluffigem Pop und ruhigem Belle-&-Sebastian-Songwriting, bis hin zu einer Gitarren-Wand, die das bis dahin Aufgebaute zerschmettert.
Dann wieder schwenkt man gedanklich in Richtung Prince, einem Falsett-Gesang der immer etwas irre klingt. Man ist während des Hörens dieses Albums ständig gespannt. Auf den Schock wartend. Doch bleibt der Tonträger beinahe durchweg tanzbar. Die elektronischen Beats, der mehrstimmige Falsett-Gesang, Orgeln und Lalalalala-Textzeilen fügen sich irgendwie ineinander.
Man wundert sich ständig über das Zusammenspiel, welches überhaupt nicht zerstückelt und versatzstückhaft klingt. Tracks wie »An Eluardian Instance« halten die eine Linie dann auch wirklich durch. Ein sehr klassischer schöner Popsong. Was Barnes alles will, trägt er uns dann in »Gallery Piece« vor. Grenzen scheint es hier einfach nicht zu geben. »Just pois´ning you a little« wird uns dann herzerwärmend in »Death Is Not A Parallel Move« vorgetragen, derart, dass man beinahe einverstanden ist. Das Album endet dann wieder in weichen, tanzbaren Sphären. Die Texte bleiben aber auch hier nicht so discogeeignet wie der Rest. Insgesamt? Alles drin. Verstörend. Und doch sich selbst treu. Eher zum genauen Hinhören oder eben tanzend ignorierend. Schwierig wird da nur das, worum es thematisch eben geht. Es sei denn, man mag dreckigen Disco-Sex.

Daniel von der Vring

‘Skeletal Lamping’ im HHV-Shop