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Jazzman Geralds Plattenfirma, seit Jahren dem Wieder- und Neuentdecken von großartiger, doch wenig bekannter Funk-, Soul- und Jazz-Musik verpflichtet, hat nun eine neue Reihe ins Leben gerufen, die einer Steigerung des bisherigen Labelprogramms gleichkommt. Die »Holy Grail«-Reihe soll nun die noch weniger bekannten Funk- Soul- und Jazz-Platten der Allgemeinheit wieder zugänglich machen. Oder wie es bei den Londonern selbst so schön heißt: »A ›Holy Grail‹ LP that’s so rare it’s only rumoured to exist?«
Den Anfang dieses Vorhabens macht »Together Again«, eine lange verschollene Platte der britischen Kombo mit dem schönen Namen Uncle Funkenstein, deren Erstpressung aus dem Jahre 1983 derzeit um die 1.000 US-Dollar gehandelt wird. Nun soll der Wert eines Albums nicht allein anhand einer ökonomischen Variabel bestimmt werden, sonst wäre der Kritiker bald arbeitslos und durch einen Betriebswirten ersetzt. (In heutigen Zeiten ein gar nicht mehr abwegiges Vorgehen!)
Künstlerisch ist die Musik von Uncle Funkenstein zwar groovend, funky gewissermaßen, jedoch wird in der Improvisation das einzelne Instrument herausgestellt, derart wie es im Cool Jazz der 1960er Jahre typisch war. Besonders die selbstbetitelten Improvisationen am Anfang wissen hier richtig zu überzeugen. Aufgenommen wurde »Together Again« in heimischen Gefilden, was den Stücken eine rohe Klangästhetik verleiht, was insbesondere die sich im hinteren Teil befindenden Annäherungen an Bossa Nova, Blaxploitation und Soulpop aufwertet. Die Vinylversion kommt im Originaldesign und ist auf 500 Exemplare limitiert. Die CD-Version hat ein wölfseitiges Booklet, mit exzellenten Linernotes von Liam Large und allerhand unveröffentlichten Fotos.
Sebastian Hinz
‘Together Again’ im HHV-Shop
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