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“Intimacy”, also? Als wäre es bislang auf den Alben von Kele und seinen Spießgesellen sonderlich distanziert vonstatten gegangen…
Da ich sowohl redaktionsintern, als vermutlich auch weltweit mit meiner Meinung zum konzeptionelleren “A Weekend in the City” (voll viel besser als wie dat erste) ziemlich einsam da stand, war ich dementsprechend gespannt, wie tiefschürfend die emotionalen Offenbarungen dieses mal sein würden. Nur soviel: Tief durchatmen, Sie müssen jetzt ganz tapfer sein.
Als Sympathisant kann einen ja wenig erschrecken, selbst ein an Placebo gemahnendes Cover-Artwork wird da mal wohlwollend übersehen. Die Platte selbst wiederum startet mit ordentlich Tempo und der Gewissheit, dass auch Bloc Party sich mittlerweile gern selbst zitieren. Was diesmal bei den typischen Zeigefinger-in-die-Luft-Rumgestocherhymnen auffällt: Die Produktion ist eine Spur rougher, mehr Garage als Epoche, was den allgegenwärtigen Pathos ganz angenehm konterkariert. Wenn allerdings gelitten wird (bekanntermaßen recht häufig und intensiv), dann richtig. Verlorene Liebschaften, verstorbene Freunde und eigenes menschliches Versagen ziehen sich durch sämtliche ruhigen Momente. Spätestens bei “And all you said, in your quietest voice/was I needed you as much as they do“ (“Zephyrus”) darf man dann auch ein bisschen sentimental zusammenbrechen.
Wer sich also von Cover und der arty-farty Entscheidung, Songtitel mit Gestalten der griechischen Mythologie zu versehen, nicht abschrecken lässt, bekommt poetisch gereiftes Songwriting und relativ viel Altbewährtes. Bei jeder anderen Band wäre das ein Problem.
Julian Brimmers
‘Intimacy’ im HHV-Shop
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