![]() |
Sobald der Name Bushido fällt, kann man so ziemlich alles tun. Nur eines ist nicht möglich: Totschweigen. Hat schließlich doch jeder etwas zu ihm zu sagen, egal ob es nun um seinen negativen Einfluss auf die Jugend geht, Ghostwriteraffären mit Eko und Kay One oder seinen Sturm auf die Sachbuch Bestsellerliste. Es gibt eine ganze Menge Diskussionsstoff. Gleiches gilt für sein gerade erschienenes bereits 8. Soloalbum „Heavy Metal Payback“. Natürlich ist da zum einen der übliche kommerzielle Erfolg, was genau bedeutet: Platz 1 vor Rosenstolz und Xavier Naidoo sowie Goldauszeichnung für 100.000 Exemplare schon vor Release. Dazu gibt es auf dem Album die üblichen Tracks in denen er betont, dass er ja immer noch ein harter ‘Gangsta’ aus dem ‘Ghetto’ ist. Inwiefern das der Realität eines Villabesitzers im Berliner Nobelviertel Dahlem entspricht, sei einmal dahin gestellt. Doch neben dem altbekannten hat der Multimillionär auch eine Menge Geld in die klangliche Optimierung gesteckt. Wo sich Leute wie Just Blaze mal eine handvoll Streicher holen um einen besseren Sound zu erzeugen, engagiert Bushido für 1/3 der Tracks des Albums ein ganzes Orchester mit Streichern, Bläsern, Percussion, Chören und allem was dazu gehört unter der Leitung des Komponisten Martin Stock. Dieser Effekt gibt Bushidos Songs eine ganz neue Tiefe und macht es auch für bisherige Kritiker interessant einmal hineinzuhören. „Heavy Metal Payback“ ist, was das soundtechnische Erlebnis betrifft, bisher einzigartig in der deutschen Rapszene und setzt die Messlatte hoch für derartige Projekte. Die Tatsache, dass Bushido nicht der allerbeste Rapper ist, ändert sich zwar auch nicht mit dem neuen Album. Jedoch verlassen seine ‘deepen’ Songs die oberflächliche Ebene und gehen diesmal um einiges tiefer als bisher. Bleibt nur zu sagen und neidlos anzuerkennen, dass Bushido sich dank seiner professionellen Arbeitsweise seine Ausnahmestellung im deutschen Rapgeschäft und seinen kommerziellen Erfolg durchaus verdient hat. Dieser wurde zuletzt durch ein Konzert in der Berliner O2 Arena vor mehr als 10 000 Menschen unterstrichen. Dass es sich hierbei um ein Gratiskonzert handelte, tut dem Ganzen keinen Abbruch, sondern macht ihn noch sympathischer und jetzt mal ganz ehrlich: Welcher noch so reale deutsche Rapper steckt größere Teile seines Budgets in die Miete einer Location um sich bei seinen Fans mit einem Gratiskonzert zu bedanken und investiert zudem noch einiges in die Perfektion des Sounds? Klar, dass bei Bushido durchaus mehr Moneten vorhanden sind, als bei anderen Rappern, dennoch ist solch ein Verhalten im deutschen Rapzirkus genau so einzigartig wie die Person Bushido. Jan-Hendrik Mautsch ‘Heavy Metal Payback’ im HHV-Shop |

