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Raphael Saadiq

»The Way I See it«

Saadiqs drittes Solo-Album (das erste auf Columbia erscheinende) bettet den Hörer auf einen weichen Soulteppich, doch selbst dieser hält kantige Stomper bereit. Für Bett, Dancefloor und wieder Bett. Die Dramaturgie ist klar.
Schon der Opener lässt die Ansprüche des Raphael Saadiq deutlich werden. „Sure Hope You Mean It“ ist eine Melange sehr ehrlich gemeinter und echt klingender Sounds, wie sie nur zu besten Zeiten in den Häusern Stax und Motown erreicht wurde, hier und heute werden die Institutionen eins. Doch klingt das ganze Album wie aus dieser Zeit entsprungen. Es treffen sich Northern Soul, Stax Sound und Motown-Arrangements. Man hört immer wieder Jackson5 (besonders bei „Staying In Love“), Al Green, Booker T. und The Temptations in den Saadiq´schen Tracks durchscheinen. Da hat David Nathan sehr recht, wenn er sagt: “Raphael Saadiq’s latest album is the closest I’ve heard to a genuine, feel good R&B record since the ’70s! Unlike others who copy or attempt to recreate the sound of soul from those days, Raphael Saadiq delivers the real thing.”
Wenn das Wort “real” nicht von jedem Provinzrapper inflationär verwendet würde, könnte man es hier endlich mal in würdige Nachbarschaft stellen. Wer nämlich bei „Never Give You Up“ nicht sofort an Größen wie Al Green und Stevie Wonder denkt , sagt „real“ wahrscheinlich auch zu seiner niederbayerischen Streetcredibility.
„The Way I See It“ ist das beste Soul Album der letzten Jahre. Der Sound durchaus mit 60er und 70er Veröffentlichungen zu vergleichen, ohne doch eine Entwicklung zu verneinen.
So versöhnt entlässt uns das Album mit dem schönen „Sometimes“….zum schmachten und träumen….ach ja….

Daniel von der Vring

‘The Way I See it’ im HHV-Shop