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Dusk & Blackdown

»Margins Music«

Dass London eine der strukturell komplexesten Metropolen der Welt ist, kann man wissen. Dass sich diese Mischung aus Melting Pot und Salad Bowl (um hier mal Oberstufenvokabular zu bemühen) schon immer auch in eklektischen musikalischen Auswüchsen niederschlug ebenso. Was uns aber auf Dusk & Blackdowns Debüt “Margins Music” geboten wird, ist mindestens so vielfältig wie das auf dem Cover feil gebotene Obst und Gemüse.
Die Mission lautete von vornhinein London in seiner Gesamtheit ein Denkmal zu setzen und so hochtrabend dieses Ziel auch erscheinen mochte: they f*cking did it! Die Grundkoordinaten lauten Grime und Dubstep, aber nur selten folgt das Duo den gängigen Genre-Codes. Ein Gewirr tausendfach gefilterter Stimmen, eine Sitar kombiniert mit inbrünstigem Bollywood-Jaulen und vertrackter 2-Step Rhythmik, Cockney-Monologe und unerträgliche Schwere, Dub und Afro-Beat, schwelende Synthesizer und U-Bahn-Hetzerei, Asien und die Karibik, Orient und Pro-Tools. Und über allem thront Durrty Goodz, der uns auf der hektischen Grime-Blaupause “Concrete Streets” daran erinnert, dass dich die 020, bei aller transzendentalen Schwelgerei, auch gnadenlos auf das Kopfsteinpflaster schickt, gerade wenn du damit nicht mehr rechnest.
Darf hier resümierend das Wort ‘Opus’ fallen oder denkt dann jeder gleich an gelackte Intendanten und Monokel?

Florian Aigner

‘Margins Music’ im HHV-Shop