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Beck

»Modern Guilt«

Um etwaiger Geschäftsmüdigkeit einer vierzehnjährigen Karriere im Business vorwegzugreifen, erfindet Beck sich und seinen Sound immer wieder neu. Von Folk und Blues, bis zu Elektro-Abfahrten und Hip Hop-Hymnen, Beck hatte es im Repertoire. Und jetzt? Jetzt holt er sich statt Haus- und Hofproduzent Nigel Godrich Danger Mouse mit ins Boot. Ein zweites Gnarls Barkley? Nein. Jedenfalls nicht ganz.
Sicherlich, Parallelen zum rotzigen, verfilzten und Hippie’esken Surf-Rock der Cee-Lo Green-Kollabo – in puncto Rhythmik und Sound – sind nicht zu leugnen, „Modern Guilt“ klingt dabei jedoch wesentlich weniger nach Samples als „The Odd Couple“. Alles wirkt symbiotisch, stimmlich so sphärisch und flächig wie Koushik ohne Hall-Helfer. Angezeckte Gitarren auf „Youthless“ und „Gamma Ray“, die in ihrer Breite der Sportbereifung eines Veyron Konkurrenz machen. Fein durch den Verzerrer gejagt, ohne sich im technischen Wirrwarr zu verzetteln. Das asiatisch angehauchte „Walls“ und das Blues stampfende „Volcano“ stolpern vor sich hin, erklimmen den Krater, absorbieren die Hitze und leiten sie an den Hörer wie „The Human Torch“ weiter.
Ein klanglich dichtes, homogenes und verdammt gelungenes Stück Musik. Wird lange durch meine Kopfhörer schallen, auch wenn sich die 9 Songs auf „Modern Guilt“ nur knapp 34 Minuten bequemen.

Roman Högerle

‘Modern Guilt’ im HHV-Shop