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Für Nasir Jones musste es schon immer die große Leinwand sein. Bereits mit seinem Debüt brachte er die urbane Ghettoidentität treffender auf den Punkt als sämtliche verstockte Gesellschaftswissenschaftler vor und nach ihm, bevor er sich auf den Nachfolgewerken zunehmend in den Kopf setzte, in Puffys Fußstapfen treten zu wollen. Nach erfolgreicher Karrierereanimation durch einen erbarmungslosen Jigga-Knockout und zwei eher konventionellen Alben, verhob sich Nasir 2006 wieder einmal kolossal am eigenen Anspruch. “Hip Hop is dead” war eine diffuse, überambitionierte aber stets oberflächliche Abrechnung mit dem Stand der Kunst, über deren Titel mehr diskutiert wurde als über lyrische Substanz und Nas’ legendär erbärmliches Gespür für den richtigen Beat. Nach Nasirs gescheitertem Feuilletonexperiment nun also der Versuch ins Politikressort zu wechseln, wobei die Vorzeichen auch für “Untitled” nicht die besten sind. Wie ernst kann man Nas’ Angry Black Man-Pose noch nehmen, wenn sich der Prediger vom Plattenlabel kompromittieren lässt, die N-Bombe aus dem Titel streicht und sich auf “Black President” zu einer peinlichen Obama-Verklärung hinreißen lässt? |

