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RZA

»Digi Snacks«

Stark nach Ego-Trip roch das letzte, an den hohen Erwartungen und der kaum merklichen Präsenz von Ghost gescheiterte Wu-Album „8 Diagrams“. Das lag, glaubt man Raekwon, größtenteils an einem gewissen Robert Diggs, dessen Anspruchsdenken und musikalische Vision sich dem restlichen Clan kaum noch erschlossen und weite Teile der Hardcore-Fans vor den Kopf stieß. Logische Konsequenz hieraus: der RZA macht wieder auf solo. Der Titel „Digi Snacks“ lässt den LoFi-Charakter der 1998 erstmalig vollzogenen Verwandlung zu Bobby Digital bereits erahnen. Und tatsächlich, konzeptuell ändert sich auf „Digi Snacks“ wenig, sieht man von der fehlenden düsteren Note ab. Auf Minimalismus getrimmte, bis zur Eintönigkeit reichende Spätneunziger Beatarrangements, die eindeutig zu viel Retro inhaliert haben. Natürlich gibt es Ausnahmen: das kindlich verspielte „Up Again“ oder das schnörkellos gezupfte „Bobby Trap“ – der Vergleich zwischen Digi- und Scooby-Snacks drängt sich einfach auf. Auch „Drama” versprüht aufgrund seiner Simplizität und dem Refrain von Thea van Seijen ebenso einen gewissen Charme wie der Stolper-Loop „Money don’t own me“. Ganz zu schweigen von der Funk-Gitarre auf „You can’t stop me now“, welches auf „Message from a Black Man“ von den Temptations basiert.
Unsäglich dagegen der Stakkato-Snaregewitter-Ausflug à la Rick Ross/Freeway mit Jigga-Sample auf „Straight up the Block“. Noch zu erwähnen wären die bekannt bescheidenen Off-Beat Reimkünste und das dünne Stimmvolumen von RZA. Mager für 15 Tracks plus Intro, aber Fans werden trotzdem die Bobby Digital-Masken aus dem Schuhkarton kramen.

Roman Högerle

‘Digi Snacks’ im HHV-Shop