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Jamie Lidell

»Jim«

Wetten, dass das hier ein “Back to Black” hinlegen wird?! Generations- und geschlechtsübergreifend, daher massentauglich und Gefahr laufend, dass Single Numero Uno (“Little bit of feel good”) oder das gospelige “Another day” von deutschen Radiostationen mit übermotivierten Moderatoren und peinlich großer Verspätung sechsmal täglich durchgenudelt werden?
Memo an mich: Kreuzchen bei ‘Chartskompatibilität’ und ‘leicht verdaulich’ machen. Auch wenn Auftritte von Kurt Krömer in schöner beim ZDF-Fernsehgarten oder Tommy Gottschalk glücklicherweise (noch) in weiter Ferne liegen, “Jim” funktioniert, trotz dass sich ein kautziger Weißbrotnerd eine Retro-Mischung aus Soul, Funk und Pop einverleibt.
Eine Symbiose aus Stevie Wonder, Marvin Gaye und Prince, in schwächer pigmentiert und mit Hornbrillencharme, fast ausnahmslos jeder der zehn Tracks ein Hinhörer. Hier ein barjazziges “Wait For Me”, da ein synthiepoppiges “Figured Me Out” und nicht zu vergessen das leicht White Stripes’sche “Hurricane” oder das angecheeste “Green Light”.
Besonders die besagten Singles locken als Musik zum Teilen auf den Tanzflur. Droht Gefahr irgendwann in die Belanglosigkeit abzudriften und nur noch als überflüssige Gute-Laune-Musik abgestempelt zu werden? Durchaus. Aber im Moment begrüßt uns ja noch täglich die Sonne und da darf das Seerauschen mithin durch Klänge des Engländers mit Discounterassoziation ergänzt werden. Schlechte Laune darf dann wieder der Winter beherbergen und bis dahin hat “Jim” eh irgendwo zwischen Duffy und Jack Johnson in der Sparte ‘Elternbesuch’ im Regal Platz genommen.

Regine Pfaff

‘Jim’ im HHV-Shop