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Housemeister

»Who is that Noize?«

Wenn ich eins noch nie begriffen habe, dann die Ausdifferenzierungsneurose in der elektronischen Tanzmusik. Tech House, Techno, Electro House, New Rave, Schranz– my ass. Umgehen wir also das Genredilemma und nähern uns Housemeisters mittlerweile schon zweitem Album “Who is that noize?” mit der berühmten “Für Fans von”-Strategie. Hier heißen die Warenkorb-Kollegen Boys Noize, Alter Ego, Popof, Audion, Oliver Huntemann und D.I.M – Primetime aber fernab von Stadiontechno-Grausamkeiten.
Besonders gut ist “Berlin’s real Currywurst Ambassador” mit dem platten Wortspiel im Namen besonders dann, wenn er wie Siriusmo oder Modeselektor, das Tempo zwischenzeitlich verschleppt und experimentiert, wie auf dem stolpernden “Arpeggiator on”, den verspielten “You need a cap” und “Hallo Lieblingsmensch” oder dem beinahe Kraftwerk’esken “Das Leben ist herrlich”. Es sind genau diese Kontrastpunkte, die “Who is that noize” vor dem Schicksal vieler Tanzalben bewahren als bloße Single-Aneinanderreihungen rezipiert zu werden.
Dass es der Langspielrille dennoch nicht an Durchschlagskraft mangelt, beweisen dann “What you want”, “Inordertodance” oder “Hifi Positiv”. Schade nur, dass Vinylkäufer den lobenswert stringenten Aufbau des Silberlings so nicht werden nachvollziehen können, müssen sie doch mit einer etwas anderen Abfolge und weniger Tracks Vorlieb nehmen.

Florian Aigner

‘Who is that noize’ im HHV-Shop