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Beans

»Thorns«

Sein drittes Soloalbum (lässt man die Jazz-Kollaboration »Only« aus) veröffentlicht Beans vom Antipop Consortium nun auf seinem eigenen Label Adored and Exploited. Der New Yorker ist bekannt für seinen experimentell-progressiven bis futuristischen Rapstil und für seinen Hang zu ebensolcher elektronischer Musik und Mode. Er repräsentiert eher einen europäischen Sound, denn amerikanische Musikgewohnheiten.
All das hat sich nicht geändert. Die Beats kommen diesmal von Dabrye und Tyler Bany. Einige Tracks featuren Live-Instrumentierung von Holy Fuck. Musikalisch hat sich Beans selbst diesmal verstärkt eingebracht und produziert. Wie immer bei Beans fällt es mir schwer, Lieblingsstücke zu finden. Vielmehr besticht das Album als Gesamtkunstwerk. Als Anspieltipp für die Hip-Hop-Konservativen könnte das weniger minimale und melodische »Fingers« herhalten. Als exemplarischer Beans-Track sei »Thundermouth« empfohlen, der von dem ebenso ungewöhnlichen Produzenten Dabrye geschraubt wurde. »Best of the Loosers« kommt ganz ohne Beat aus und erinnert an seine Poetry-Anfänge.
Lyrisch gesehen wird er diesmal persönlicher und auch politischer als sonst, was aber bei seinen verschachtelten Texten mit versteckten Bedeutungen nicht sofort auf- oder ins Gewicht fällt. Wer den urbanen Sound aus England mag, schließt Beans sofort ins Herz und wird seinen musikalischen Frieden damit finden. Eingefleischte Hip-Hop-Fans, besonders jene, die den Mitt-1990er Sound feiern, werden eher weniger Freude daran haben.

Bianca Ludewig

‘Thorns’ im HHV-Shop