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The Roots

»Rising Down«

Seitenscheitel-Snobbismus Part 4127: “Hip Hop? Kinderkacke, aber die Roots find ich gut.“ Dass die Posse um ?uestlove und Black Thought seit Jahren solch eine Ausnahmestellung für sich reklamieren kann, liegt primär an Konzerten, die dieser Bezeichnung auch gerecht werden, zum anderen aber auch an Alben wie “Rising Down”.
Der mittlerweile siebte Streich ist weder so radikal wie “Phrenology”, noch so sendungsbewusst wie “Game Theory”; zwar Keyboard- und Drumbreak-lastig, aber nicht so zugänglich und unbeschwert wie “The Tipping Point”.
Auf “Rising Down” gibt Black Thought nach längerer Zeit das Mikro wieder regelmäßig weiter. Ob an die erweiterte Familie um Malik B, Dice Raw und Peedi, Hochpräzisionsspitter wie Wale, Styles P und Saigon oder die Gutmenschkoalition (Mos Def, Kweli, Common) spielt hierbei keine Rolle, weil jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Gerade die lange Gästeliste gibt Black Thoughts Versen noch mehr Gewicht und verleiht “Rising Down” beinahe eine Wu-Tang’eske Dynamik, besonders wenn ?uesto dazu die Felle mit knochentrockenen Marley Marl-Verneigungen malträtiert und Kamal die Synthies in “D.P.’s got that crazy shit“’sche Dimensionen aufdreht.
Zudem versteht es das Philly-Kollektiv (laut Thought “half Mandrill, half Mandela, part Melle Mel, part Van Halen“) wie derzeit kaum jemand in Hip Hop Hausen im Albumformat zu denken. Zurückgelehntes wie “Criminal” reagiert mit dem reduzierten Boom Bap von “Rising Down” und dem “Critical Beatdown”-Klon “75 Bars”, eine synthetische Hymne wie “Get Busy” schließt den organischen Gospel von “Rising Up” nicht aus.
Einzig dass die eine oder andere Hookline gegen den sorgfältig durchkonzipierten Rest etwas hingerotzt wirkt und die Weedcarrier P.O.R.N. und Truck gegen die A-Prominenz gehörig abschmieren, schmälert den Gesamteindruck, eines nichtsdestotrotz erneut zwingenden Roots-Albums, minimal.

Florian Aigner

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