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Santogold

»Santogold«

Erwartungshaltung is a bitch. Besonders wenn man nicht weniger als den ganzen heißen Scheiß erwartet. Eine ähnliche musikalische Sozialisation wie die mittlerweile im selben Block in Bed-Stuy lebende M.I.A. und eine ähnliche Produzentenliste obendrein: Wer hatte nach diesem futuristisch-zickenden, elektronisch-stolpernden Switch und Freq Nasty-Brett “Creator” von Santi White aka Santogold nicht das nächste “Kala” erwartet?
Wenn man sich schließlich damit abgefunden hat, ausgenommen von “Creator”, Diplos verschlepptem “Unstoppable”, dem bleepigen “Starstruck” und Björks Lieblingssong des vergangenen Kalenderjahrs, Switch & Sindens Remix von “You’ll find a way”, keine Sternstunden elektronischer Expertise serviert zu kommen, macht Santogolds Debüt dennoch Spaß.
Selbstverständlich müssen auch hier wieder die 80er als Hauptreferenz fallen, jedoch mit erstaunlicher Emphase auf analogem Qualitätshandwerk statt schrulliger Queerness und Synthie-Exzessen. Joy Division, die Duballüren der Bad Brains, die Lässigkeit der frühen B52`s und vor allem Blondie, Blondie und nochmals Blondie, übersetzt ins Heute mit dem ironischen Selbstverständnis unserer Generation. Wer zur Hölle hat Ms White eigentlich mit Gwen Stefani verglichen?
Ganz gebe ich die Hoffnung nicht auf, auf der nächsten B-Seite dann mein “Creator 2.0” zu bekommen, aber in der Zwischenzeit bleibt “Santogold” ein infektiöses Amalgam zwischen Pop, Indie und Elektronik, dem allerdings die letzte Kompromisslosigkeit etwas abgeht.

Florian Aigner

‘Santogold’ im HHV-Shop