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Boys Noize ist in den vergangenen Monaten zum Messias all derer avanciert, die sich nicht damit abfinden konnten, dass die alten Götter jetzt Klamotten im H&M stehen haben und zu ausgewachsenen Popstars wurden. Dass Alex Ridha vor 7 Jahren als Leadsänger von Kid Alex selbst mal beinahe jener Spezies zuzuordnen war, scheinen die Sellout-Schreier außerhalb Deutschlands glücklicherweise nicht mitbekommen zu haben. Als wäre derlei Gebaren nicht so schon lächerlich genug. Kommen wir also zur Musik: Dass das recht heftige “&Down” eher klingt als hätte Boys Noize Siriusmo geremixt und nicht andersrum, macht gar nichts; allein wie diese zischenden Hi-Hats versuchen gegen die synthetische Soundwand anzukämpfen, ist großer Sport. Brandneu hingegen dann A-Traks solider Sirenenheuler “Oh!”, der vielleicht nicht ganz an das Original heranreicht, aber sicher noch kräftig Alarm machen wird in den nächsten Wochen. Gleiches gilt für den wie gewohnt mit Vorschlaghammer und Abrissbirne hantierenden Russen Proxy, der auf “Let’s buy Happiness” mit schön gesetzten Prodigy-Samples verdeutlicht, dass nicht immer nur ausschließlich Daft Punk als primäre Inspirationsquelle für den momentanen Wahnsinn herhalten müssen sollten. Qualitätsarbeit liefert wie erwartet auch Ridhas Berliner Spezi Apparat ab, der auf “Shine Shine” wesentlich forscher zur Sache geht als man nach “Walls” vermuten durfte. Wirklich kohärente 45 Minuten hatte hoffentlich niemand erwartet, so dass ich mich abschließend auch nicht scheuen muss, “Oi Oi Oi (Remixed)” unter ‘E’ für ‘Erfolg’ zu den Akten zu legen. ‘Oi Oi Oi (Remixed)’ im HHV-Shop |

