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Hardliner spricht man besser nicht auf Frau Badu an. Zu tief sitzt der Stachel, dass zwei der größten MCs unserer Generation aus einer Liaison mit Erykah als Müsli futternde Häkelschal-Hippies hervorgingen, denen Hip Hop auf einmal nicht mehr gut genug war. Ob der von Ohword so bösartig zugespitzte “Baduizm“-Symptomkatalog einer Verifikation standhalten würde, ist eher unwahrscheinlich, aber für mich, der weder “Electric Circus“ noch “The Love Below“ ungeil fand, sowieso irrelevant. Viel wichtiger: Das vierte Studioalbum der “The Heart Gently Weeps“ – Gastchanteuse, ist so unendlich mutiger und besser als der durchwachsene Vorgänger “Worldwide Underground“. Gleich zu Beginn begrüßt uns eine virtuos inszenierte R.A.M.P-Interpretation, gefolgt von einem verschleppten Madlib-Flötenbrett auf dem Erykah hervorhebt, dass das hier für Dilla sei. Es soll nicht der einzige Moment bleiben, der den Geist von James Yancey heraufbeschwört. “My People“ macht sich den selben Eddie Kendricks Klassiker zu eigen, den Dill Withers auf “Donuts“ neu zusammensetzte, Karriem Riggins’ “Soldier“ klingt nach seeligen “Beats, Rhymes & Life“-Zeiten und benutzt Jay Dee-Schnippsel als Adlibs, “Twinkle“ torkelt halluzinierend durch den “Electric Circus“, “Telephone“ beginnt mit den charakteristischen Sirenen Yanceys Spätwerks, “Master Teacher“ schiebt den Clap ganz weit nach hinten und hätte der Maestro im Verbund mit der Okayplayer-Posse den Neo-Soul nicht eh schon erfunden, könnte man glauben, dass dies Sa-Ras Om’Mas Keith auf “That Hump“ nun in Dillas Namen nachgeholt hätte. Dass die zuckersüße, von 9th Wonder inszenierte Hitsingle “Honey“ angesichts des durchaus sperrigen Rests nur noch als Bonus Track angehängt wurde, ist hierbei so konsequent wie bewundernswert. Textlich lässt sich die mittlerweile tatsächlich schon 36 Lenze zählende Diva zwischen Durchhalteparolen und praktischer Lebenshilfe für all die Struggelnden auch immer wieder zynische und kryptische Passagen stehen, die dazu beitragen, dass “New Amerykah“ zu keiner Zeit Gefahr läuft, in die Genre-spezifische Plattitüdenfalle zu tappen. ‘New AmErykah Pt.1: 4th World War’ im HHV-Shop |

