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Wenn ein Saxofonist sich an den Sampler setzt, Jazz- und Folksongs würfelt, hackt und neu zusammenfügt, dann einen unverwechselbaren Münchner Rapsonderling namens Lea-Won darüber Reime spucken lässt und aus dem Ergebnis eine EP anrichtet, wird das entweder witzig oder elendig peinlich. Daniel Walter und Lion Häbler sind LAUTLEBEN und werfen dem Volk vor dem kommenden Album „Ohne Titel“ eine EP als Ordeuvre vor die Füße. „Titellos“, „Ratlos“, „Schlaflos“, „Selbstlos“ und „Gottlos“ erscheint das Zweimanngespann auf der Karte. Auf „Lernt mich lieben Vol. 1“ wirkte der ungesignte Rapper Lea-Won noch jung und erfahren, kaum ein Flow zündete und Reime hinkten über fragwürdige Beatchiffren, auf den neun Tracks des mir vorliegenden Tonträgers sieht das ganze schon etwas anders aus: der Asiate besticht zwar immer noch nicht durch explosiven Flow, spricht dafür aber über weitaus interessantere Themen als zuvor und harmoniert mit den alles andere als minimalistischen Instrumentals von Herrn Walter. Auch die Features sind besser gewählt, so hört man neben den beiden Hauptprotagonisten Koljah von der Anti-Alles-Aktion, Fatoni von Creme Fresh, der bedauerlicherweise nur einen gelangweilten Part abschießt, und Topfchopf aus Zürich. Eine Steigerung im Vergleich mit dem Vorgänger ist ganz klar erkennbar, obwohl ich dies damals quasi für ausgeschlossen hielt. „Titellos“ macht Lea-Won immer noch nicht zu einem der Besten aus München, das für Ende Februar angesetzte Album könnte jedoch den Status des übereifrigen Sympathisanten deutlich anheben. Dranbleiben! Christian Wolking |

