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Benga

»Diary of an Afro Warrior«

Machen wir uns nichts vor: Dubstep ist eine Tune-gesteuerte Strömung. Wer jetzt laut ‘Burial’ schreit um dies zu widerlegen, hat vollkommen recht, aber Burials Sound ließ sich streng genommen auch nie wirklich diesem doch eher repetetiven Genre zuordnen. Und ja, auch Distances “My Demons” funktionierte zumindest für mich als Album, aber ein Großteil der Langrillen aus Londons Moloch bleiben entweder Single-Compilations oder scheitern an Überambition (siehe Pinchs schrecklich verzockte Vocal-Versionen auf “Underwater Dancehall” oder Spaceape, der ein absolut sensationell produziertes Album mit seinem krudem Faxpois ruinierte).

Kann es nun dem Typ mit den lustigen Haaren und DEM Dubstep-Hit des vergangenen Kalenderjahres gelingen, genau diesem Dilemma zu trotzen? Ein emphatisches Ja!

Gleich zu Beginn führt er uns mit einem verschleppten Jazzstrumental, wie man es eher von Ben Lamdin erwarten würde, in die Irre und selbst als er nach zwei Minuten den Bass nachdrücklich reindrückt, verschwindet dieser gleich nach 30 Sekunde wieder. Es wird nicht der einzige Exkurs bleiben: von technoidem Slow-Motion Fipser, über Aphex Twin- und Moroder-Anleihen bis hin zur trashigen Garage-Rave Hymne “Pleasure” findet sich zwischen all dem markerschütternden Halfstep-Gekloppe und Bassline-Wahnsinn genügend Variation, um das auch in Zimmerlautstärke und stocknüchtern am Stück durchhören zu können. Und dass er bei Bedarf alle IDM-Allüren bei Seite legen und einfach nur Genicke brechen kann, beweist nicht zuletzt “E-Trips” mehr als eindrucksvoll. Alle zufrieden, dankeschön!

Florian Aigner

‘Diary of an Afro Warrior’ im HHV-Shop