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LST Da Phunky Child

»16«

Egal ob 3 Kronen, 4 Balken, oder 2einhalb Sterne, durchschnitllich bewertete Rap-Alben sind die Pest. Für den Künstler sowieso, da der damit einhergehende Promo-Effekt eher dürftig ausfällt und für den sensationsgeilen, nach Wertungen zwischen “bigger than Jesus” und “Totaler Mist” gierenden Endkonsumenten erst
recht.
Im vorliegenden Fall komm ich aber beim besten Willen nicht drum rum: LST’s als Doppelalbum angelegtes Machwerk „16“ ist richtig nett, musikalisch durchaus anständig, solide präsentiert und stört nicht beim kochen und spülen. Richtig, alles Attribute, die außerhalb eines Kleingartenvereins niemand in den Mund nehmen sollte, vor allem nicht, wenn es um ein emotionsgeladenes Medium wie Musik geht. Das hier (fast) alles geordnet und gut durchdacht zwischen den Rillen hängt, aber trotzdem nie so ganz zünden will, liegt (Aufgepasst: A’n’R Sprech) häufig tatsächlich an den Hooks. Gerade eigentlich feiste Konzepte wie “Eine erkenntnisvolle Affäre”, oder “Musikerpolizei” sind lehrbuchmäßige Beispiele dafür, wie ein verkackter Refrain einen ganzen Song kaputt machen kann. Ansonsten inszeniert LST, der alte Hase, sich als routinierter, wenn auch nicht unbedingt aufregender MC, der vor allem durch seinen sympathischen Humor (Booklet-Mixtape Ankündigung, bwahaha) und seine Kitchen-Sink Geschichten vom Leben und fetter werden besticht. Merke: Alles gar nicht so schlimm, vom Hocker gerissen wird man aber doch eher auf anderen Baustellen. Ich wäre gern hilfreicher gewesen.

Julian Brimmers

‘16’ im HHV-Shop