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Der Untergrund lebt. Das hat sich wohl auch Keyza Soze gedacht und als »Der Komponist« 17 Künstler aus den Berliner Katakomben mit seinen Beats versorgt, um ein Producer-Album zusammenzustellen, auf dem Leute wie Taktlo$$, Mach One, Prinz Pi, Justus und Big Derill Mack ein unnachahmliches Stylefeuerwerk abfeuern. Normalerweise ist es so, daß MCs vom Produzenten angesprochen werden und für’n Appel und ’n Ei einen unspektakulären Song abliefern, schließlich bewahrt man den wirklich guten Stoff für sich selber auf. »Der Komponist« widerspricht diesem Schema. Keyza konnte auf seine oft mit Keyboard und Sample arrangierten Instrumentals fast ausnahmslos qualitativ hochwertige Zeilen parken. Neben den Headlinern Pi, Massiv und Taktlo$$ überzeugen besonders Mach One mit der nachdenklichen und äußerst persönlichen Ich-Bin-Durch-Die-Scheisse-Gegangen-Story (…doch »Ich leb noch«), Justus, der einen mit einer Anleitung, wie man mit Mittelchen aus Supermarkt und Apotheke Drogen herstellen kann, ins »Land der Träume« schickt und Big Derill Mack mit seiner ganz eigenen Geschichte (»Nur die Zukunft zählt«) auf ruhigem Klavier. 60/40. Die üblichen Verdächtigen zeigen ihr gesamtes Können, doch fragliche Tracks gibt es von Gris, Meyah Don und Vork, auch die Beats sind eher gehobener Standard als on top. Trotzdem ein hörenswertes Release, das viele Berliner Untergrundler vorstellt und coole Tracks eigensinniger Artists beherbergt. Wie Bobafettt sagt: »Lange lebe Westberlin«. CHRISTIAN WOLKING |

