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Prefuse 73

»Preparations / Interregnums«

Kollege Aigner schiebt bei Burial einen Film!? Ich tu es bei Prefuse 73. Scott Herren packt hier Schere/Flex aus, cuttet und fräst Klang-Kataloge kurz und klein und fügt die Überbleibsel zu einem Rorschach-Test sensibelster Sound-Schnipsel zusammen. Bekanntlich erkennt in besagtem Rorschach-Test (man bewundere dazu das sehr gelungene “Class of 73 Bells”-Video) jeder Betrachter etwas anderes. Die Meinungsspanne erstreckt sich dabei oft vom “Schmetterling”, über die “verstorbene Oma”, bis zum, im männlichen Unterbewusstsein omnipräsenten, “Lesbenpärchen”. Prefuse 73 ist sicherlich ähnlich individuell einzuordnen. Selten geht es stringent in eine klangliche Richtung. “Preparations” testet eher gekonnt die Grenzen der Hörerschaft aus. Dabei gelingt es Prefuse meist auf dem Drahtseil zwischen Überforderung und Wohlgefallen des Hörers zu balancieren. Eine nicht zu unterschätzende Leistung. Unsereins dankt es ihm. Einzelne Tracks hervorzuheben, eigentlich blanker Hohn. Trotzdem: Mit “Class of 73 Bells” hat Herren ein folklastigen Meisterwerk der Collage-Kunst geschaffen. Hypnotisch, nicht überfrachtet. Als Dreingabe zur LP gibt es das Quasi-Album “Interregnums”, in dem der Meister ruhigere Töne anschlägt. Ein Hoch auf die Sample-Kunst.

Roman Högerle

‘Preparations / Interregnums’ im HHV-Shop