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Daft Punk

»Alive«

Man kennt das ja. Die Lust am Bilanzieren steigt linear mit den Jahrzehnten die ins Land streichen. Irgendwann stellt man dann fest, dass man immer noch nicht den entscheidenden Elfmeter im WM-Finale verwandelt, geschweige denn die Lead-Single zum neuen Jay-Z Album produziert hat und die Insel in der Karibik wird man wohl auch nie kaufen können.
Dass ein Daft Punk Konzert auch zu diesen Sachen zählt, die man erlebt haben sollte, bevor man unter der Erde vor sich hin fault, dachte man dann spätestens als man vor längerer Zeit eines dieser hoffnungslos verwackelten Handyvideos auf YouTube sah. Da stehen Bangalter und der mit dem langen Namen in ihren albernen Star Wars-Themeparty-Trachten umgeben von einer absurd riesigen Pyramide und pompösem Effektgeballer und man würde jetzt im Nachhinein seine Oma verkaufen um Teil dieses Spektakels gewesen zu sein. Was umso überraschender ist: Daft Punk live funktioniert auch ohne diesen visuellen Schnick-Schnack. Ganz bieder auf einem schnöden Silberling. Nix mit HD, dafür aber DAS definitive Daft Punk Best-Of, so brillant gemischt und gemasht, dass man tatsächlich hinterher die Überzeugung spazieren trägt “Human after all” sei doch so groß gewesen wie “Homework” und “Discovery”. So gut sind die. Nichts klingt wie auf Platte und gleichzeitig erkennt man dennoch jede Sekunde wieder. Besser kann man den eigenen Katalog nicht dekonstruieren. Man denke an Shadows “In tune & On time” und multipliziere das Ganze dann mit 12 Tonnen Euphorie und 8 Tonnen Adrenalin.
Erbarmt sich jetzt endlich jemand und fliegt mich im Dezember nach Japan oder Australien?

Florian Aigner

‘Alive’ im HHV-Shop