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I Herz Message Boards: Mr. West trägt statt XXXXXL lieber Designer-Fummel und das macht ihn – Oh Gott, Oh Gott – schwul und so. Als ob das nicht reichen würde, samplet er die selbstredend auch mächtig schwulen Tekknotucken von Daft Punk. Nur so viel zum gegenwärtigen Tenor unter Gehirnzellen-Gehandicapten im Web 2.0-Nirvana.
Kommen wir zur Musik. Die ist auch mit 4-wöchiger Distanz zum ganzen Kanye slash Fiddy slash 9/11 Promotion-Gagaismus wesentlich spannender:
Kanye hat noch mehr als auf “Late Registration” die Disco-Synthies für sich entdeckt, z.T. mit beeindruckenden Ergebnissen (“Flashing Lights, “Good Life” oder die von Toomp produzierte Abschlussnummer “Big Brother”, in der das komplexe Verhältnis zu Jay-Z wesentlich unpeinlicher verarbeitet wird, als The Game dies mit dem Doktor tat.) Dann hätten wir noch das viel diskutierte Daft Punk-Monster “Stronger”, das elegante “Everything I am”, den wunderschönen, Elton John-verwurstenden Opener, das von Lil Wayne leider nicht wirklich ernst genommene, aber einen weiteren Killerbeat auffahrende “Barry Bonds”, Kanye’s Coldplay-Feature, das sehr “College Dropout”-ige “The Glory” (inkl. Chipmunk-Sample und Gospelpathos), die durchschnittlichen “I wonder” und “Champion”, das bereits bekannte und gefeierte “Can’t tell me nothing”, sowie das, trotz Can-Sample, völlig in die Hose gegangene 3/4 Takt-Experiment “Drunk and Hot Girls” mit Mos Def. Auf bekloppte Skits hat er auch erstmals verzeichnet. Unterm Strich definitiv nicht das bislang beste Kanye Album, aber vielleicht das am leichtesten durchzuhörende.
Florian Aigner
‘Graduation’ im HHV-Shop
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