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Stephen Marley

»Mind Control«

Ganz unumstritten waren der umtriebigste Kreativposten des Marley-Clans und sein Ghetto Youth-Camp ja noch nie. Irgendwie war nie wirklich klar, warum gerade Stephen und seine Jungs, von den Stränden Miamis aus den sozialen Horror von Kingston und Umgebung repräsentieren sollten. Erst die von Stephen produzierte 05er Großtat “Welcome 2 Jamrock” seines Halbbruder Damian (inklusive gleichnamigem Überhit) ließ die Zweifler größtenteils verstummen. Da bei der ganzen Fremd- und Familienproduziererei die eigene Karriere allerdings etwas kurz kam, legt Stephen nun also mit seinem, man glaubt es kaum, Debütalbum “Mind Control” nach. Ob er allerdings den Erfolg seines Bruders wiederholen kann, bleibt äußerst fraglich, so richtig Begeisterung will sich nämlich auch nach mehrmaligem Durchhören nicht einstellen. Zu zahnlos und poppig die meisten Produktionen, zu gewollt in die Charts schielend die Konzepte. Und die beiden Übersingles “Traffic Jam” mit Damian und “Hey Baby” mit Mos Def, sowie einmal Nyabinghi mit Ben Harper, können Schmandt-Nummern wie das ölige “Let her dance” auch nicht mehr rausreißen.

Julian Brimmers

‘Mind Control’ im HHV-Shop