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Auf Curtis Jackson einzudreschen gehört zum guten Ton. Kaum ein anderer Künstler hat sich nach vielversprechendem Start derart dämlich ins Abseits manövriert wie der Hobby-Republikaner mit den 9 Einschusslöchern und dem debilen Grinsen. Die allmonatlichen Dissrundumschläge? Die Chose mit The Game? Das M.O.P.-Fiasko? Die Egomanie-Liste ließe sich unendlich fortsetzen und kaum jemand hat Fiddys nihilistisches Mantra treffender auf den Punkt gebracht als die Kollegen von cokemachineglow in ihrer sagenhaften “Curtis”-Rezension.
Dennoch muss ich zu Protokoll geben, der “Ha-Ha-Ha-Ha-Ha”- Aufforderung von “Straight to the Bank” mit zwei, drei Pils zuviel stets nachgekommen zu sein. Für die nächste Single bestellt sich der Fuffziger noch einen “My Love”- Rehash vom anderen großen Steroid-Opfer und Justin gibt’s als Zugabe gleich obendrauf. Der schmachtet dann etwas von Ayo, Technikmüdigkeit und einem anständigen Ritt. Schema F, klar, aber Hit bleibt Hit. Das wirklich Bemerkenswerte daran: “Ayo Technology” ist schon der Gipfel der Experimentierfreudigkeit auf “Curtis”. Der Rest kombiniert die zahlreichen Tiefpunkte von “The Massacre” mit den wenigen Tiefpunkten von “Get rich or die tryin”. Und die Schuld daran kann der halbe Dollar nicht mal auf sein (mittlerweile auch Ex-Untergrund-Darling Jake One umfassendes) Produktionsteam abwälzen: dass beispielsweise “I get money” per se ein anständiger Beat ist, haben unlängst unter anderem Styles P und Jada eindrucksvoll bewiesen. Nein, die Hauptschuld an diesem Elend trägt der Protagonist. Während Fiddys nöliger Flow zu Beginn noch als coole Nonchalance durchging und die ständigen “Schwanz (größer) – Kohle (mehr) – Schlampen (geiler)“–Durchsagen noch amüsierten, muss sich der Künstler 50 Cent heute neu erfinden um nicht endgültig als Hip Hops Paris Hilton im Gedächtnis zu bleiben. Nur schade, dass das den Dollarzähler 50 Cent herzlich wenig kümmern wird. Das hier ist Hochglanz-QVC für die Marke 50 Cent, artifiziell und schmieriger als Friedmann. Wer es geschafft hat, dass Soccer Mums die Unterschiede zwischen einem Wanksta und einer Snitch darlegen können und Nascar Dads mittlerweile auch zwei “Dschungel-Musik” CDs in der Country Collection vorzuweisen haben, muss sich mit Nebensächlichkeiten wie Musik halt auch nur noch am Rande beschäftigen.
Florian Aigner
‘Curtis’ im HHV-Shop
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