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Boot Camp Clik

»Casualties of War«

Können sich Künstler kräftiger ins eigene Fleisch schneiden als mit dem Eingeständnis ihr neues Werk bestehe aus Material, das bei der Qualitätskontrolle für das ‘richtige’ Album durchgefallen ist? Gut, in unserem geliebten Genre käme eventuell noch ein Wowi-Outing oder ein kurzer Penis in Frage, aber das dürfte es dann auch gewesen sein.
“Casualties of War” darf frei als “Rudis Resterampe Reloaded” übersetzt werden und dennoch findet sich sogar im BCC-Ausschuss noch die ein oder andere Perle, wie das mächtig drückende Hinterhofgerät “BK All Day”, das clevere Marco Polo Teil “My World” oder der Opener “The Hustle”, der klingt als hätte ihn Coptic aus den D&D Headquarters mitgehen lassen.
Aber nicht alles hätte der Außenwelt zwingend zugänglich gemacht werden müssen. “What you see” hat außer Sean P nur noch ein völlig unispiriertes “Just kissed my baby”-Sample zu bieten, “Everyday Shit” fährt einen amateurhaft auf moody getrimmten Beat auf und der nachdrückliche “A-Yo”-Sing Sang Buckshots im gleichnamigen Stück ruiniert einen potentiell soliden NY-Roller. Auch dass die neuen Go-to Guys Ruck & Rock eher selten in Erscheinung treten, hilft der Sache nicht.
Summa summarum durchwachsen, aber dem Tupac’schen Recyclinghof dann doch vorzuziehen.

Florian Aigner

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