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Tragedy ist einer dieser – ääääh – “tragischen” Fälle: Juice Crew Member, zwei Klassiker unter seinem früheren Intelligent Hoodlum Alias, auf Du und Du mit Marley Marl und K-Def, von Fachmännern anerkannt als Großvater und Hauptinspiration für den QB Rap der Mitte der Neunziger auch aus allen Kinderzimmern in Bottrop und Augsburg dröhnte und oben drein noch der X-Faktor dafür, dass selbst Vollzeitknasti/Teilzeitrapper Capone und Grobmotoriker Noreaga mit “The War Report” unsterblich wurden.
Während seine Ziehsöhne Nas und Prodigy mittlerweile Ferrari fahren, veröffentlicht der Papa auf Labels, deren Hauptgeschäftstellen vermutlich aus schäbigen 10m² Küchen bestehen. Dass ihm daran, zumindest in diesem Jahrhundert, eine gewisse Teilschuld zugeschrieben werden muss, mag blasphemisch sein, kann aber durch “Death of Tragedy” bewiesen werden.
Alles sitzt an sich am richtigen Fleck: die Beats von Havoc, Alchemist, Scram Jones und einigen Nobodies klingen wie Relikte aus den “Murda Muzik”-Sessions und Tragedy könnte immer noch 95% der Jungspunde an der Straßenecke mit 8 Zeilen verbal zerfetzen. All das ist aber auch so hoffnungslos anachronistisch und angestaubt, dass man sich manchmal ein gequältes Grinsen nicht verkneifen kann. Und das Konzept von “I used to love her” 2007 erneut zu verbraten, mag gut gemeint sein, illustriert aber auch, dass Tragedy es nicht geschafft hat aus der Unzufriedenheit mit dem Stand der Kunst eine eigenständige und progressive Antithese abzuleiten.
Die-Hard Nostalgiker dürfen zugreifen, der Rest poliert die Sammlung lieber mit der exzellenten 2CD-Reissue der ersten beiden Intelligent Hoodlum Alben auf.
Florian Aigner
‘The Death of Tragedy’ im HHV-Shop
‘Intelligent Hoodlum + Saga of a Hoodlum’ im HHV-Shop
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