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Was’n da los? Bevor ich auf ‘Play’ drücke, setze ich mich aufrecht lauernd in meinen Sessel um auf jede Dampfhammerattacke von vornherein flexibel reagieren zu können. Was aber macht Dizzee auf seinem mittlerweile auch schon dritten Album? Er lullt mich mit dem praktisch Drum-losen Opener ein, nur um mich mit dem folgenden Ravemonster “Pussyole” mit heruntergelassener Deckung zu erwischen. Dieses fährt neben den viel diskutierten Anspielungen auf Wiley auch einen Beat auf, der klingt als hätte Westbam “Soul Power” geremixt. Der Wahnsinn. Den Rest gibt mir das perfekte Bomb Squad Replikat “Sirens”. Am Boden liegend treten mir anschließend Bun B & Pimp C noch kräftig zwischen die Beine. East London Crunk? Gibt’s so was überhaupt?
Der harte Punch der vorangegangenen 15 Minuten wird anschließend etwas lascher, erst das an den fröhlichen D&B Ausbruch “Da Feelin” anknüpfende, pumpende “Bubbles” haut mich wieder aus dem Sessel. Eher weniger super hingegen die Allgemeinplätze auf “Excuse me please”. “Sometimes I think the whole world’s going crazy” – boah, echt jetzt?
“Rock it” im El-P Remix (“Hardback”) und die wider Erwarten gut gelungene Kollaboration mit Arctic Monkey Alex Turner bügeln diesen Faux Pas aber souverän aus, bevor Lily Allen auf “Wanna be” routiniert ihre niedliche Ische von Nebenan-Masche durchzieht und “Can’t tell me nuffin” abschließend hinterfotzige Leberhaken verteilt.
Erstaunlich versatil, erstaunlich erwachsen, erstaunlich Old-School-affin, erstaunlich zugänglich, erstaunlich aber auch, dass ausgerechnet Wiley das marginal bessere Album gemacht hat. Erstaunt, eine Dizzee Rascal Review ohne das Wort ‘Grime’ geschrieben zu haben.
Florian Aigner
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