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Wäre Kaman Leung nicht in Oslo residierender China-Schwede sondern Brite und hätte er sein Debütalbum nicht zum Großteil bereits vor 5 Jahren programmiert, würde sich “Lacrimal” bequem in der Schublade ‘Dubstep’ ablegen lassen.
Hätte, hätte, Fahrradkette –denken wir also um und bezeichnen das Ganze als Augustus Pablos nie da gewesene Kollaboration mit Downtempo-Maestro DJ Krush, angereichert mit einer Extraportion Bass.
Besonders letzterer muss als Referenzpunkt schon zwangsweise herhalten, war er es doch auch, der vor 7 Jahren bereits ein Stück Leungs auf seiner Mix-CD “Code 4109” featurete. Mit Krush teilt Leung vor allem diese ungemein atmosphärische Dichte, der stets zwischen erdrückender Monotonie und unvorhergesehenen Ausbrüchen schwebenden Tracks. Während sich Krush aber vor allem in den letzten Jahren gern an schwülstigen Ethno-Einlagen und Panflötengedudel vergeht, erweitert Leung seinen Soundkosmos lieber mit extra tiefen Bassläufen und verhuschtem Dubgehall. Wie nah er damit bereits vor Jahren dem heutigen Stand der Kunst im Bereich Dubstep gekommen ist, ist schon fast bizarr. Schade nur, dass dies wohl wieder kaum jemand mitkriegen wird. Dabei würden sich “Inquietude” oder “As hope fades” so gut zwischen Shackleton und Vex’D bei Marry Anne Hobbs machen. Sollte dies irgendwann tatsächlich geschehen, bequemt sich sicher auch jemand die vorangegangen, in Miniauflagen erschienenen, 6 EPs von Leung zu reissuen.
Florian Aigner
‘Lacrimal’ im HHV-Shop
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