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Distance

»My Demons«

Dubstep ist die konsequente Dekonstruktion des letzten großen Londoner Hypes Grime. Das hyperaktive Midigemetzel wurde gegen bedrohlich wabernde Basslines eingetauscht, nervöse Hi Hats von dümpelnden Zeitlupendrums verdrängt und irgendwie scheint es auch logisch, dass in dieser zähen Melange kein Platz mehr für Überschallraps sein kann.
Gewissermaßen erinnert dies an die Bristoler Hochzeiten Anfang/Mitte der 90er, nur dass uns 2007 keine Beth Gibbons aus der erdrückenden Lethargie der Musik befreit und Tricky die urbane Depression nicht durch eine Martina Topley-Bird – Passage brechen würde.
Distance ist eines der Aushängeschilder der pulsierenden Dubstepszene und obwohl sich die Presse einig zu sein scheint, in Burials Album bereits die Genre-Blaupause gefunden zu haben, verdient auch “My Demons” höchste Aufmerksamkeit. Während sich Burial immer wieder in der Monotonie seiner depressiven Soundgebilde verliert, schafft es Distance mit “My Demons” einen ähnlich klaustrophobischen aber weniger subtilen Trip durch das marode London zu inszenieren. Sägende Gitarren verlieren sich im omnipräsenten, dumpfen Bass, die Synthies fipsen nicht, sie klagen. 60* Minuten Desillusion. Und im Club gibt’s Valium und Rotwein statt Designerdrogen.

*40 auf der 2LP

Florian Aigner

‘My Demons’ im HHV-Shop