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Victor Bermon

»Arriving at night«

Kann man ein Album besprechen, das man nie von vorne bis hinten durchgehört hat? Man kann, wenn man dankbar dafür ist, das dieses dazu geführt hat, das tägliche Schlafpensum um 2 Stunden zu erhöhen.
Gewitzte Promozettelschreiber würden die Unaufdringlichkeit und Subtilität der Harmonien herausstellen, das fließende Ineinandergreifen von Akustischem und Elektronischem anpreisen, sich auf die Film Noir- Tauglichkeit einen abwichsen, abstruse Parallelen zu Brian Enos Genialität ziehen und irgendwie noch Four Tet, The Album Leaf und M83 in den Topf schmeissen . Auch das wäre aber nur ein cleverer Euphemismus für vertontes Valium. Bei Müdigkeit ist das großartig , an ausgeschlafenen Tagen aber nur esoterisches Ambientgedudel für ambitionierte Diavorträge über die faszinierende Flora und Fauna auf Island. Gesünder als Schlaftabletten ist “Arriving at Night” aber allemal.

Florian Aigner

“Arriving at night” im HHV-Shop