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Mick
30.01.07
»Auf und Ab LP«
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Spoken View-Die Erste.
Ein neues Hiphop-Label hat sich im Osten Berlins formiert, um die hiesige(=deutsche) Szene ein wenig aufzumischen. Im Roster befinden sich vielversprechende Künstler aus den Bereichen Produktion, Rap und Mediengestaltung sowie Fotografie: Sir Serch, Damian Davis, Aesop, Isotope, V.Raeter und Mick. Mit dem Anspruch, Rap aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken und wieder auf ein wenig mehr Consciousness wert zu legen, geht Spoken View mit drei Releases 2007 an den Start. Eben jener Mick eröffnet den Albumsegen, gefolgt von Sir Serch und Damion Davis, die beide im Laufe des Jahres nachziehen werden. Die erste Hürde auf dem Weg in die breite Öffentlichkeit wurde bereits durch die Videopremiere von “Guck Hear”, einem Posse-Track mit Mick, Serch und Damian von Micks Album, auf MTV-Urban genommen.
Zum Album: Mick ist in der Berliner Szene kein Unbekannter. Als Produzent/Rapper/DJ tritt er regelmässig in Erscheinung und hat seit Ende der Neunziger in regelmässigen Abständen released. “Auf und Ab” ist seine erste Veröffentlichung in Spielfilmlänge. Für ein Erstlingswerk ist das Album ausgesprochen klar und rund. Was man gerne über andere Künstler wohlwollend sagt, ist hier Tatsache: Mick hat einen eigenen Sound über die Jahre entwickelt und weiß ihn gekonnt in Szene zu setzen. Orientiert an 95 abwärts und von 95 aufwärts weiterentwickelt. Jazz-,Piano-,Soul- und Bläsersamples bilden das verspielt strukturierte Gerüst der Beats und primoesque Word-Scratches die Refrains in Micks Klang-und Textgebilden.
Bei Gesprächen mit anderen Rap-Freunden, denen Micks Output auch bekannt ist, wurde oft sein Reimstil als, nun sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig, moniert. So könnte man das sehen, doch denke ich, dass dies nur eine konsequente Entwicklung sehr eng an der eigenen Musik ist. Der eigene Sound fängt mit dem Instrument an und wird über die Stimme weitertransportiert. Mick gelingt der Spagat zwischen dem Anspruch, selbst zu produzieren und auch selbst zu rappen, ohne dass die Waage zwischen beiden aus dem Gleichgewicht gerät.
Thematisch dreht sich das Album ziemlich weitschweifend um Berlin, wie es früher war und wieder sein soll, das harte Geschäft mit dem Rap, das prekäre im kapitalistischen Lebensalltag der Großstadt und die Mediengesellschaft. Micks Frustration über die Umstände um ihn herum ist deutlich zu hören, jedoch lässt er sich dadurch nicht in seinen eigenen Ansichten beeinflussen und hält sein Hörer an, dasselbe zu tun. Besonders resigniert sind die Beobachtungen über die Veränderung seiner Heimat, der Ostberliner Innenstadt. Der Autor dieses Textes kann das, so wie viele andere, die das Gefühl haben, zu den letzten einer aussterbenden Art zu gehören, nachvollziehen. Leider wirkt das ganze manchmal doch sehr nostalgisch. Ich denke, dass das Album der beste Beweis dafür ist, dass es weitergeht und negative Veränderung auch Postives hervorruft.
Dies nur als kleine Randnotiz. 2007 geht gut los für Spoken View und Mick legt die Qualitäts-Messlatte der Labelveröffentlichungen gleich ziemlich hoch an. Wenn die anderen Releases diese “Tradition” fortsetzen können, kann man Spoken View demnächst schon als Markenzeichen, wie Air Max oder Sternburg, im, und hoffentlich nicht nur dort, ostberliner Kiez zelebrieren. Ein Besuch der Spoken View Homepage sei dem geneigten Leser nebenbei auch ans Herz gelegt.
Review: Sleut
‘Auf und Ab’ im HHV-Shop
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