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Andres

»II«

Wie machen die das in Detroit nur immer? Diese, in Zusammenhang mit Andres zweitem Longplayer gestellte Frage des Kollegen Okraj, trifft den Nagel auf den Kopf. Sicher, wir tendieren genauso zur Fetischisierung der altehrwürdigen Motorcity wie spanische Touris blind alles kaufen, was mit dem Etikett ’Berlin’ versehen wurde.
Was Andres auf “II” jedoch abliefert, ist so eindeutig durch den Area-Code 313 geprägt und dabei so absolut eigenständig, dass der blasse Mitteleuropäer schon ins Träumen geraten kann. Andres, als DJ Dez jahrelang mit Slum Village unterwegs, kanalisiert perfekt den stoischen Late-Clap seines viel zu früh verstorbenen Freundes James Yancey. Gleichzeitig aber macht er jenen Schritt, zu dem sich weder Dilla noch Labelchef Moodymann in letzter Konsequenz haben hinreißen lassen: “II” ist zu gleichen Teilen House und Hip Hop. Ganz explizit. Und wir fragen uns wieder, wie der verschleppte Zeitlupenbums von “It’s In The Game” neben einem fidelen 130 BPM-Brett wie “Moments in Time” stehen kann, ohne dass sich jemand unwohl fühlt. Von den zahllosen angejazzten Soul-Swingern, den luftigen Boogie-Nummern und Disco-Edits dazwischen ganz zu schweigen. Dabei kennen wir die Antwort doch eigentlich: Detroit halt.

Florian Aigner

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