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Der erste wirklich »Harte« bei Ninja Tune ist zweifelsohne King Cannibal. Wer Plattenregale voller Ninja Tune-Releases hat, wird hier zunächst fremdeln. Wenn es selbst Londons Dubstep-Supporterin Mary-Ann Hobbs »zu dark« ist, darf man sich auf einiges gefasst machen.
Mit dem Produzentenohr gehört, ist King Cannibals Stilblüte fraglos beeindruckend. Nachdem Dylan Richards mit einer Palette an Drum&Bass-Sounds und einer Variation von Dancehall Riddims experimentierte, wurde er zum King Cannibal. Herausgekommen ist ein Mash-Up, das nach zeitgemäßem Industrial klingt – und bei dem Dancehall-Fans sicher fluchtartig den Raum verlassen. Ein guter Soundtrack für einen Zombie-Film aus der Welt der Clubs. Die Inspirationen für seine akustischen Gewalt-Szenarios bekommt er aus der Alltagswelt, nicht durch Horror-Filme. »For the night is when we finally get to do the things we really want to.«
Nachdem King Cannibal seine Samples und Featuregäste durch den Soundwolf genudelt hat, sind sie nicht mehr die Gleichen. So bekommen Jahcoozi, Daddy Freddy oder Face-A-Face einen morbiden Touch, obwohl dies noch die eingängigeren Tracks sind. Der Urheber formuliert es so: »Sonically speaking: a violent piece of work«. Ein hartes Brett mit vielen Nägeln. Eben ein Leckerbissen für die Darksider der experimentellen elektronischen Schule.
Bianca Ludewig
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