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Deep House, Disco, Boogie und Detroit sind momentan wieder omnipräsent. Wer Linkwood als weiteren Epigonen begreift, der den 17. Frühling klassischer Tanzmusik für sich instrumentalisiert, hat aber nicht richtig hingehört.
“System” ist ein eklektisches Kleinod, veröffentlicht über Trus’mes Kaderschmiede Prime Numbers, das sich mit einer solch nerdigen Detailverliebtheit bei all dem bedient, was in den letzten dreißig Jahren durch eine gerade 4 bestechen konnte, dass es selbst dem zynischsten Puristen die Merkel’sche Gesichtstarre aus der Wangengegend lösen sollte.
“Robot Parade” ist B-Boyism par excellence, “Tears” und “Fudge Boogie” herrlich schwüle P-Funk-Orgien, “Electricity” roher Proto-House, “System” eine trippige 313-Hommage und “Chicago” eine pumpende Arpeggio-Funk-Hölle. Auf dem heimlichen Hit “Falling” filtert Linkwood im Stile seiner Aufsehen erregenden Firecracker-Edits-Reihe ein Vocal-Sample kurz und kein, um gen Ende dann in einer Orgie zu kulminieren, wie sie auch auf Dissident hätte erscheinen können. Traditionsbewusst aber eigenständig. Retro und State of the Art. Killeralbum. Ausrufezeichen.
Florian Aigner
‘System’ im HHV-Shop
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