spacer
spacer spacer

Jay-Z

»The Blueprint 3«

Aberglauben und Schicksalshysterie sind was für Esoteriker. Der Glaube, dass es wohl einen höheren Sinn gehabt haben muss, dass sich eine drei Tage nach Erscheinen geschrieben Rezension für “The Blueprint 3” scheinbar selbstständig vom Desktop gen Datennirvana verabschiedet hat, ließ sich vom Autor dieser Zeilen aber dennoch nicht auslöschen.
Was damals noch als ziemlich konstruierter Versuch Jiggas den Blogstern wie Kid Cudi die Käufer abspenstig zu machen, dechiffriert wurde, wirkt mit gut zweimonatigem Abstand nun nicht mehr so forciert und unauthentisch. Klar, so richtig gut zu Gesicht stehen Herrn Carter, der mit “American Gangster” erst vor kurzem eindrucksvoll bewies, dass er die Blaxploitation-Kiste immer noch im Repertoire hat, diese grellen Synth-Pads nicht und gerade Timbaland offenbart hier ein erschreckendes Formtief.
Jays stimmliche Präsenz bleibt aber selbst über neonfarbene Ausschussware einzigartig. Über “Forever Young” breiten wir dann noch galant den Mantel des Schweigens aus und erfreuen uns stattdessen an den Hymnen “D.O.A.” und “Empire State of Mind”. Viel mehr wird langfristig vom dritten Teil der Blueprint-Saga wohl nicht im Gedächtnis bleiben, aber irgendwie ist das nach zwei Monaten Bedenkzeit gar nicht mehr so schlimm.

Florian Aigner

‘The Blueprint 3’ im HHV-Shop