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Es war ruhig geworden um Shackleton, nachdem dieser seinen Monolith Skull Disco aus freien Stücken eingestampft hatte. Was der Neu-Berliner in dieser Auszeit getrieben hat, erfahren wir nun via Perlon, jenem Label also, dessen Aushängeschild Ricardo Villalobos mit dafür verantwortlich war, dass sich kühler Hauptstadt-Techno in den letzten Jahren so gut mit insularer Bass-Kultur angefreundet hat.
Shackleton klingt hier gar nicht arg anders als früher: klaustrophobischen Hall, arabeske Samples und bedrohliche zischende Hi-Hats kannte man schon von seinem Skull Disco-Oeuvre. Wie absolut zwingend er diese Elemente aber zu einem Album zusammengeführt hat, das nominell gar keines sein will, ist atemberaubend.
“Three EPs” ist ein Kafka’esker Albtraum, der unaufhaltsam auf die Katastrophe zusteuert: Shackleton beerdigt seinen Josef schließlich mit Hilfe eines klagenden gregorianischen Chors und hypernervösen Tribal-Drums, um ihn dann in den abschließenden drei Stücken durch eine surrealistische Hölle voller metallischer Störgeräusche, widerhallender Stimmen und zuckender Basslines zu schicken. “Three EPs” ist Guerrillakrieg gegen das zentrale Nervensystem, eine in Subbässe gekleidete Hexenjagd. Dass all dies mit funktionaler Club-Musik praktisch nichts mehr zu tun hat, ist offensichtlich. Und umso faszinierender.
Florian Aigner
‘Three EPs’ im HHV-Shop
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