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»Guns Don’t Kill People... Lazers Do«
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Bei all dem Elektro-Konsens-Glitzerschmu der letzten Jahre hat sich beim vergnügungssüchtigen Mitteleuropäer irgendwann der Irrglaube eingeschlichen, Dancehall-Alben könnten nur noch wie »Borat« konsumiert werden: Misogyne, rückständige Schwulenhasser, die in Netzhemden mit tragbaren Koffertelefonen posieren, besingen ihren großen Chram.
Totaler Mist! Denn wer die Tomaten von den Shutter Shades nimmt, erkennt, wie der Sound der West Indies alles und jeden durchtränkt, der gerade irgendetwas im Pop zu sagen hat. Beruhigend, dass Diplo und Switch genau das nun in den Mittelpunkt ihrer Tastemaker-Tätigkeiten rücken. Dass sich die Produktion von »Guns Don’t Kill People… Lazers Do« auf Jamaika als schwierig und zeitintensiv erwiesen hat, merkt man der Platte zu keiner Zeit an.
Im Gegenteil: Die Tatsache, dass man die Jamaikaner in Sachen Abgedrehtheit kaum mehr schockieren kann, haben Diplo und Switch auf gleich mehreren Anspielpunkten wohl als Herausforderung verstanden. Tracks wie der Spaghettiwestern-Clash »Hold The Line« mit Mr. Lex und Santigold, »Anything Goes« mit einem Turbulence in Bestform und vor allem das von Vybz Kartel gevoicte »Pon Di Floor« sind herrlich absurde Styleabfahrten, die jedoch zu keiner Zeit respektlos mit ihren Einflüssen umgehen. Gepaart mit Vintage-Nummern (»Cash Flow«, »Can’t Stop Now«) und genialischen Blödeleien (»Baby«, »Mary Jane«) ergibt sich so die vielleicht spannendste Werkschau, die die Insel in den letzten Jahren verlassen hat.
Julian Brimmers
‘Guns Don’t Kill People… Lazers D’ im HHV-Shop
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