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Raekwon

»Only Built 4 Cuban Linx Pt.II«

Raekwon hat 1995 das musikalische Äquivalent zu Goodfellas veröffentlicht. Sich 14 Jahre später explizit auf eine unerreichbare Sternstunde der eigenen Karriere zu beziehen, ist a) mutig und b) ziemlich dämlich. Wenn man sich dann noch auf einen inoffiziellen “Wer kann länger?”-Contest mit Saigon, Rakim und Dr. Dre einlässt, muss man sich auch als Wu-Chefkoch auf mächtig Gegenwind einstellen.
Es sei denn man liefert ein Album ab, das Nörgler, Nostalgiker und Nerds sofort aller Argumente beraubt. Und genau das schafft Corey Woods. Von der ersten Sekunde an fokussiert, wie zu besten Zeiten mit Tony Starks als unantastbarem Puder-Sidekick, gelingt Rae ein, die pure frühe Wu-Essenz destillierendes, Meisterwerk.
Auch dass er hierfür nicht ausschließlich auf Instrumentals aus dem Hause Diggs zurückgreift, ist weit weniger tragisch als zuvor von Puristen befürchtet: so schnitzt Alchemist mit “Surgical Gloves” eines der zahllosen Highlights, der späte Dilla untermalt mit großer Melancholie Raes Abgesang auf ODB, Scram Jones reanimiert äußerst geschickt “Goodbye Yellow Brick Road” und selbst Necro kitzelt aus seinen redundanten Formeln ein blutspuckendes Monstrum wie “Jihad” heraus. Einzig die Beiträge von Herrn Doktor wollen sich nicht so recht in ein ansonsten äußerst kohärentes und klassizistisches Album einfügen.
Part 2? Nicht ganz. Aber mindestens Raekwons “Fishscale”.

Florian Aigner

‘Only Built 4 Cuban Linx Pt.II’ im HHV-Shop