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Hip Hop Hausen: Na also, so schlecht war doch auch der März nicht. Den allgegenwärtigen Kulturpessimismus habe ich jedenfalls dank einer soliden Ausbeute im März überhört. Ex-Schnarchbacke Evidence darf sich ebenso in den Kreis der Wieder-Hörenswerten einreihen und Marco Polos neo-klassizistisches “Port Authority” funktioniert auch 2007 ganz gut. Näheres dazu aber sehr bald in der Review-Section. People Under The Stairs’ Thes One liefert mit “Lifestyle Marketing” ein gut abgehangenes Instrumentalalbum auf Basis der Jingles von Herb Pilhofer ab. CD Käufer genießen als Zugabe gar die Originalsamplequellen auf der Bonus CD. Ideal für den dicken Schädel am Sonntagmorgen und ausgedehnte Headphone-Sessions nach Mitternacht. Rap-A-Lots Lebowski ist mit “Waitin to inhale” konstant wie eh und je. Irgendwer hat mal gesagt, ein Devin the Dude Album sei wie einem alten Freund beim Geschichten erzählen zuzuhören. Trifft es ganz gut, denke ich. Und mit “Nothin’ to roll with” gibt’s gar eine Art Country Roads für Hängengebliebene. Sehr unterhaltsam, der Typ. Im Bereich “kann-muss-aber-nicht” haben wir im März Consequence mit “Don’t quit your day job” und Dogg Pounds “Dogg Chit”. Solide Stangenware, viel mehr aber auch nicht. An der Reissue-Front einige Leckereien: Mobb Deep sind vor allem mit Disc Numero Uno ihren “Infamous Archives” mehr als gut dabei, näheres in Kürze ebenfalls in der Review-Section. Irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass Hip Hop der legitime WWF Nachfolger ist. Anders kann ich mir diesen Scott Storch vs. Timbaland Beef nicht erklären. Werner Lorant würde sagen: “Das kann doch wohl echt nicht mein Ernst sein”. Außerdem kräftig Labelhüpfgerüchte im März: AZ soll wohl Richtung Dipset schielen, Sean P steht angeblich auf der Einkaufsliste sämtlicher Majors (inkl Def Jam) und die Herren Clipse betteln immer noch von Jive weg zu dürfen, President Carter steht anscheinend schon mit dem Barscheck Spalier. Der Mucke für umme- Trend geht auch diesen Monat weiter: Aus der Rubrik “I don’t believe you” noch die Meldung Rakims “The Seventh Seal” erscheine am 07/07/07. Yeah right… Zum Abschluss im Bereich Hip Hop drei mp3s aus der Kategorie “besonders wertvoll” 1) J Dilla – The $ (Madlib remix) 2) Phat Kat , Elzhi und noch mal der seelige Dilla mit DEM Brecher aus Phat Kats kommenden Album “Carte Blanche” 3) Mammuttreffen auf Südstaatlerisch: UGK & Outkast – International Player’s Anthem In den Sterbeanzeigen gibt es neben den wohl endgültigen Splits von Cannibal Ox und Jurassic 5 noch einen schweren Verlust aus dem Bereich Soul zu vermelden: Luther Ingram stirbt am 19. März 2007 im Alter von 69 Jahren an Herzversagen. Die Alben “I’ve been here all the time” und “If loving you is wrong” laufen seither noch mehr rauf und runter bei mir und “One for ghost” ist nochmal eine Ecke trauriger geworden. Zum besser drauf kommen empfehle ich das hier und als Zugabe dies * * * * * * * * * * * * * * Und sonst so: Aus der Nicht-Hip Hop Ecke gibt es im März auch durchaus spektakuläres zu vermelden: James Murphy, hauptberuflich coole Sau, nebenberuflich DFA- und LCD Soundsystem Mastermind, liefert mit dem zweiten LCD Soundsystem Album ein kleines Meisterwerk irgendwo zwischen Disco, den Talking Heads und Leonard Cohen ab. Riesenspektakel das Ganze und mit “North American Scum” gibt’s auch den legitimen Nachfolger zu “Daft Punk is playing at my house”. Kaufen. Jetzt. Hier. Nicht ganz so prall hingegen das neue Album von Air, zum Abspülen und Wäsche aufhängen reicht’s aber allemal. Über die neue Modest Mouse will ich mangels ausreichender Auseinandersetzung noch nichts Schlechtes sagen, nach oberflächlichem Hören kann ich aber schon mal eher verhaltene Begeisterung diagnostizieren. Einen Tacken besser hingegen unsere Lieblingshippies von Arcade Fire, die mit Neon Bible etwas dick auftragen, mit mächtig Orgelbombast und so, aber dennoch die Kurve kriegen. Gute Sache, aber die “bestes Indie Rock Album seit OK Computer” – Kommentare sind dann doch zwei Meter neben der Spur. Kräftig abstinken tut hingegen RJD2 mit seinem völlig missglückten Versuch den Folksänger in sich zu entdecken. “The Third Hand” ist anständig produziert, nur doof, dass Herr Krohn leider so gar nicht singen kann. Und was zur Hölle soll eigentlich dieser gefakte Akzent? Nächstes Album dann bitte mit Feist, Jennifer Charles oder von mir aus auch Norah Jones, aber bitte bitte nicht mehr selbst trällern. Wobei, ein Amy Winehouse / RJD2 Album hätte auch so seinen Reiz. Die ist im März damit beschäftigt Amerika zu erobern und krönt sehr anständige Verkaufszahlen mit einer sehenswerten Performance bei Letterman Blog House schickt sich spätestens mit Ed Bangers furioser Labelcompilation an, das nächste große Ding nach Grime und Dubstep zu werden. Glaubt man Fachkräften, ist Paris schon völlig am durchdrehen, der Rest wird folgen. Aber wer hat denn bitte vor zwei Jahren geahnt, dass eine Mischung aus Miami Bass, Ghettotech, Just Ice-meets-Neptunes Beats,Auffefresse-House, Acidbasslines, Elektrogefrickel und großer Hairmetal-Pose dazu führen könnte, dass selbst Donovan Frankenreiter-Sandalen den Spring Break in sich entdecken? Schläfer kaufen einfach noch schnell den gesamten Ed Banger und Kitsune Backkatalog und schmeißen schnell ein vehementes “down since the beginning“ hinterher. Zu Bett gehen Hartgesottene dann mit Amon Tobins “The Foley Room”. Vertonte Klaustrophobie und trotzdem ästhetisch schön. Kann auch nur der. Alles Andere ging im Stromberg Rausch, der Kobe-Show, Olis Pinkelaffäre, Flatratesaufen, Unikram, Knuddelknut, Barack “Am I black enough for ya” Obama und meiner neu gewonnenen Begeisterung für The Cures “Fire in Cairo” unter. Im April steht u.a. meine Abrechnung mit Timbalands unsäglich klebrigem “Shock Value” an, wobei ich heute nicht garantieren kann, dass sich nicht 50% der am 30.03. verhassten Songs in einem Monat “Promiscuous”-mäßig ganz fies in meine Gehörgänge eingeschlichen haben. Muss ja auch nicht immer die Vordertür sein wie bei “My Love” und “Maneater”. * F.Aigner |

