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HHV's Top 100 Tracks Of 2010

»25-01«

25) Madvillain – Papermill

DOOM (All Caps!) vollkommen offbeat, das deutsche Sample (!) natürlich falsch gechoppt und herausgestolpert, selbstverständlich auf die Hook verzichtet und abrupt abgebrochen. Wir lieben es trotzdem. Nicht nur gestern, auch heute und gewiss auch morgen. Hier geht es um Attitüde, den rohen Funk, der den simpelsten Loops zugrundeliegt und den Madlib aus welchen billigen Lo-Fi-Sampler auch immer im Minutentakt aus der Hüfte schießt. (PO)

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24) Moody – It’s 2 Late 4 You And Me

Der olle Kenny lässt seine Hendrix-Allüren mal stecken und besinnt sich wieder auf seine Stärken. “It’s 2 Late 4 You & Me” ist “Deepest America” auf Steroiden. Ein trocken furzendes Acid-Motiv als Prelude, ein super poppiger und betont laissez faire-groovender Corpus Gospel-House mit all den Bar-Jazz Anleihen, die sich nur KDJ richtig leisten kann und die unerwartete Acid-Reprise zum Schluss. Oder um es mit einem Kommentar eines RA-Users zu sagen: “It’s 2 late” (is) that kind of track some producers desperately try to produce (sic) whole life and never do.” (FA)

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23) Gonjasufi – Ancestors

Die L.A. Beat-Blase hat in 2010 für so einige Großtaten gesorgt. Dass Flying Lotus und Gaslamp Killer sich aber dazu entschieden haben, einen teilzeit sing-rappenden Yoga-Lehrer mit dem erfrischenden Charlie Manson Charme zu produzieren, war an Coolness kaum mehr zu überbieten. Auf “Ancestors” zeigte sich, wie angenehm unironisch das Ganze gemeint war: Flylo produziert für seine Verhältnisse äußerst zurückgenommen und der Sufi holt Töne aus seiner Körpermitte, die mal nach Äthiopien, mal nach Greifvogel klingen. Seltsam berührend, irgendwie unheimlich und ein steifer Mittelfinger in Richtung aller Trennlinien, die je zwischen analog/digital, Psychedelic, Dub, Jazz und Clubkultur gezogen wurden. (JB)

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22) John Roberts – Ever Or Not

Dieser Teufelskerl, das war sein Jahr. Egal für welches Stück aus John Roberts’ nacheifernswerten Debütalbum “Glass Eights” man sich entscheidet, liegt man auf der Geschmackskala in den oberen Regionen. Detailverliebt arrangierte Percussionelemente hier, andere Winzigkeiten dort, eingebettet in sanftmütige, manchmal melancholisch anmutende Soundkulissen. “Ever Or Not” klimpert, es rasselt, es klirrt und vor allen Dingen: Es bewegt. (PO)

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21) Four Tet – Angel Echoes

“There Is In Love In You” war nicht gerade arm an Sensationen, aber am Ende setzte sich gleich der Opener durch. Vielleicht weil wir hier immer noch gerne Soulsamples auf den Leim gehen. Oder weil “Angel Echoes” auf fast magische Art und Weise zwischen Skizze und Ausformulierung pendelt. Wahrscheinlich aber einfach, weil das, um mich mal unverschämterweise selbst zu zitieren, klingt wie “Donuts” mit stoischer Bassdrum. Das mag man hier. (FA)

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20) Theo Parrish – Black Mist

Kaum habe ich mich ein wenig von Theo Parrish und den vielen doch sehr schwer zugänglichen (geschweige denn: bezahlbaren) Tracks vergangener Monate abgewendet, trotzt er der eigenen Meinung mit einem lupenreinen Tooltrack und einer ganzen rollenden Armada von Sub- und Vollbässen, denen man wahrlich nicht entkommen kann. Theo hat sichtlich Spaß und spielt auf “Black Mist” mit Bass und Kickdrum Ping Pong, indem er den immer mächtiger werdenden Schallwellen eine noch druckvollere Kickdrum Vollspin zurückspielt. Ob Omar-S mit im Studio war? (PO)

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19) Aloe Blacc – I Need A Dollar

Meine Schwester mag es. Mein Bruder mag es. Meine (Ex-) Freundin sowieso. Meine Kumpels lieben es. Ihr auch, ich auch. Wenn sich in diesem Jahr alle auf einen Track einigen konnten, dann war es Aloe Blacc’s “I need a Dollar”, das gleichzeitig den Titeltrack der fantastischen Serie “How To Make It in America” markiert. No escapin’ this in 2010. Wenn man jemanden die goldene Schallplatte gönnt, die er für Album und Single zum Jahresende in Europa auch noch einheimsen konnte, dann für die good folks bei Stones Throw und ihren “besseren Mayer Hawthorne” (Zitat: Aigner, F.). (PO)

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18) Ramadanman – Glut

Dass David Kennedy 2010 der Taktgeber für britische Bassmusik war, wurde an anderen Stellen erschöpfend erläutert. Egal, ob er Jungle und D&B revitalisierte, sich an Floating Point’schem Future Boogie versuchte, nach Chicago flog oder Todd Edwards zitierte: dieser immer noch unverschämt junge Hexenmeister konnte die letzten 12 Monate nichts falsch machen. Sein Meisterstück hieß “Glut”, ein irrwitziger Hybrid aus hektischen Juke-Elementen, einem zerhacktem, laut “Cheese” ausrufenden Vocal-Sample, dezenten Bmore-Anspielungen und einer spät einsetzenden, trashigen Chords. Die Zukunft ist heute. (FA)

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17) Flying Lotus – Do The Astral Plane

Stephen Ellison penetriert mit “Cosmogramma” mal wieder die gesamte Konkurrenz, insofern es denn überhaupt noch lohnt von Konkurrenz zu sprechen. Dem durschnittlichen Wonkster war er schon 2007 meilenweit enteilt und 2010 sind Flying Lotus Platten vermutlich tatsächlich das Update, das Jazz seit 30 Jahren dringend benötigt. Am meisten Spaß hatten wir dann jedoch am druckvollsten – äh – Stück auf “Cosmogramma”. “Do The Astral Plane” nutzt Elemente aus seinem letztjährigen Hyperdub-Beitrag, baut um diese im Boogie-Tempo marschierenden Drums jedoch noch allerhand Schweinkram: Gescatte, ein sphärisches Vocalsample, opulente Streicher (hallo, Daedelus!), ach was zähl ich das überhaupt im Einzelnen auf. Unglaublicher Typ. (FA)

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16) Best Coast – When I’m With You

Grenzwertig, den hier reinzupacken, geisterte er doch schon 09 durch’s Netz. Wurde meines Wissens nach aber erst dieses Jahr wirklich veröffentlicht, mit richtigem Video und anhängendem Top Ten Album im UK. Ein zutiefst meschuggener Song, der wie die Breeders anfängt und aufhört wie die Beach, äh, Girls. “When I’m with you, i have fun” & “I hate sleeping alone”… erstaunlich worauf man als Musikfan so reinfällt. (JB)

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15) George Fitzgerald – Tell Me

Nicht kleckern, klotzen. Also beschließt ein weiterer verheißungsvoller Stern am britischen Post-Dubstep-Himmel sich statt an einzelnen Samples, gleich an einem ganzen Acapella einer appetitlichen R&B-Schmonzette der 90er-Jahre zu bedienen. Die Rede ist von Amel Larrieux’ betörenden Gesang auf dem größten Hit ihrer Band Groove Theory und dem neuen britischen Boywonder George Fitzgerald, der sich hier ungefragt am entzückenden Ausgangsmaterial bedient. Groß, keine Frage. Nicht nur, weil der Song zu den liebsten dieser Art des Autors gehört. Auch, weil der Umgebungswechsel, der neue Groove, die abermals prägnante Bassline und der Tempowechsel so brilliant harmonieren. (PO)

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14) Forest Swords – Miarches

Ein Liverpooler zieht die logische Konsequenz aus Burial und Morricone und verzaubert mit seinen emotional ungeheuer dynamischen, unschubladisierbaren Collagen Journalisten aller Couleur. So die Geschichte Forest Swords, Stand heute. Wir fragen uns, warum vorher noch keiner auf diese Idee kam und erstarren gänsehäutig in Ehrfurcht. (FA)

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13) Ski Beatz – Cream Of The Planet (ft. Mos Def)

Eigentlich eine Travestie, dass der beste Ski Beat in einem Jahr der Ski Beatz nur als solcher auf der 24 Stunden Karate Schule auftauchte. Shady Bizness und so. Mos Def filetiert Skis dynamische Blaxploitation-Collage nämlich in einer Eleganz, wie wir es von ihm seit “Black On Both Sides” nicht mehr gehört haben. “Sigh, supernice”. (FA)

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12) Joy Orbison – So Derobe

Wer derart gekonnt ein Boys-II-Men-Sample aus seinem Kontext destilliert und in einem typisch-englischen Stil-Hybrid in epische Sphären hievt, der hat den letz- und diesjährigen Hype um seine Person vollkommen verdient. Kein Wunder, dass innovative “Dance-Music” meistens doch immer noch zuerst aus England kommt. Hier nimmt man auch R&B vollkommen ernst, schert sich nicht um falsch interpretierte ‘Realness’ und gesteht amerikanischen R&B-Produktionen der letzten 20 Jahre ein, dass sie für englische Bassmusik eine einflussreiche Inspirationsquelle darstellen. (PO)

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11) DJ Nate – We Can Work This Out

DJ Nate schleudert eine hochgepitche R&B-Hookline nach der anderen aus seiner MPC, überlagert sie in verschiedener Tonhöhe, schneidert Bass nach Maß auf seine sechzehn Pads und feuert Rimshot-Salven, dass einem die Ohren schlackern. Juke und Footwo(u)rk werden – allen Bemühungen von Planet Mu zum Trotz – wohl nie richtig in Europa ankommen. Doch diesen Herbst haben sie uns begleitet, uns Spaß bereitet, angetrieben etwas tiefer zu graben und uns für die Tanzvideos auf youtube zu begeistern, uns motiviert. We can work this out. (PO)

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10) Kanye West – So Appalled (ft. everybody and their mums)

Kanye versammelt auf “So Appalled” mit Jay-Z, Pusha T, Prynce Cy Hi, Swizz Beatz und RZA eine wahre All-Star-Gruppe, zwingt sie auf pathetischem Schlepperbeat zu lyrischen Höchstleistungen und lehrt die Alibi-Hustler aus Wien, wie man anno 2010 den Swagger definiert. Was bleibt zu sagen? “One hand in the air if you don’t really care. Two hands in the air if you don’t really care. It’s like that sometimes, I mean ridiculous. It’s like that sometimes, shit is ridiculous.” (PO)

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09) James Blake – CMYK

Warum ausgerechnet die blasseste Nation des Kontinents bei der Zweitverwertung hypersexuellen R&Bs so brilliert, vermag ich nicht zu sagen. In bester Garage-Tradition den Kollegen Burial, Joy Orbison et al. folgend, verwurstet der Feingeist James Blake auf seiner bisher funktionalistischsten Produktion kongenial ein Aaliyah- und ein Kelis-Sample und schafft so etwas wie ein Subbass-geschwängertes Timbaland-Update auf stolpernden 140 BPM. Sensationelle Platte, die genau die Aufmerksamkeit bekam, die sie verdient hat.

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08) Actress – Maze

Dass wir uns gleich richtig verstehen: “Splazsh” ist ein verdammtes Meisterwerk und sollte, bei all seiner All-Over-The-Placeness am besten als Ganzes verhandelt werden. Dennoch kommt an diesem Kraftwerk-via-Cybotron-cum-Carpenter-Monolith “Maze” trotzdem keiner vorbei. Zu beeindruckend verarbeitete Actress hier in seiner typisch ungreifbaren Art frühen Electro, Proto-Techno und Wave-Morbidität, auf 120 BPM, die einem vorkamen wie ein zäher Abgesang auf die Postmoderne in Zeitlupe. (FA)

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07) Gil Scott-Heron – Me And The Devil

Wie viele innere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn Gil Scott-Heron sein überschlagendes “Early this morning” hervorpresst, will ich gar nicht wissen. “Me and the devil” ist seine Postkarte von den Grenzgebieten des Wahnsinns, die er in 61 Jahren tragischerweise immer wieder zu Gesicht bekam. Man kann XL’s Richard Russell nicht genug dafür danken, dass er sich der Sache angenommen hat – Urban decay klang lange nicht mehr so beängstigend gut. (JB)

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06) Jayson Brothers – The Game

Seitdem Danilo Plessow sich 2010 offenbar eines Besseren besann und endlich auf die Rhodes in seinen Tracks verzichtete, wussten mich diese auf Anhieb endlich auch zu überzeugen. Mit seinem Alias Jayson Brothers setzt er auf analog-treibende Percussion, zwingende Höhen und das sich in guter DJ-Sneak-Manier ständig wiederholende kurze Vocaloop und verzückt mit dem Jackmonster “The Game”, dass ich ihm schließlich auch noch die für mich zuerst unsägliche Raw Cuts-Serie verzeihe. Weiter so! (PO)

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05) Floating Points – People’s Potential

“People’s Potential” oder doch „Shark Chase“? Schlussendlich obsiegte die A-Seite der vielleicht besten 12” des Jahres. Warum? Weil man kein Orakel sein muss um zu prophezeien, dass dieses im entspannten Tempo dahinrollende Acid-Boogie-Monstrum in den nächsten Jahren stilbildend sein wird, beziehungsweise schon ist. Weil Floating Points all die wunderbaren Dinge, die er in vorherigen Tracks schon gemacht hatte, in einem Meisterwerk fusioniert, das dennoch nicht im Entferntesten überladen oder überambitioniert wirken würde. Und wenn dadurch weiterhin Könner wie FaltyDL und Ramadanman/Pearson Sound den Sam Shepherd in sich entdecken, ist das eine Entwicklung, die uns noch viel Freude bereiten wird. (FA)

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04) Kollegah – Taj Mahal Kokasession

Wenn es nach mir geht (und noch ein paar anderen in unserer Redaktion), soll Kollegah der Boss diesen ganzen Image-Schwindel aus Drogen- und Waffenwahn (liebreizenden Kollegen geht der Boss schon mal die Kniescheibe brechen), den Sexexzessen (er hat dank Technik und Stehvermögen die Kamasutraübungen alle gemacht), der Gewalt, den Gees aus der Haftanstalt (die laufen aber irgendwann nach House wie dieser Monk), teurer Kleidung (die besten Designer sind die seiner Mäntel) und seinem ganzen Fuhrpark edler Nobelkarossen (mit Echtholz-Interieur) so lange fortführen wie nur möglich. So lange ihm dieser Schwindel weiterhin Mississippi Raddampfertouren oder Fidschiinseln-Strandwanderungen ermöglicht, wir uns im Gegenzug an den intelligentesten Wortspielen seit Deutschrapgedenken und amüsantem Storytelling ergötzen können, das uns wochenlang fesselt sowie zum Nachdenken und Rätseln anregt, ersparen wir ihm das Outing als promovierter Akademiker summa cum laude, der einfach keine Lust hatte auf eine Karriere als Malwettbewerbskönig und sich für die aussichtsreichere Rap-Karriere entschied. (PO)

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03) Darkstar – Gold (John Roberts Remix)

Nochmal: es war (auch) sein Jahr. Mit “Glass Eights” gerade für viele das Album des Jahres eingetütet, machte sich dieser wohlerzogene Sympathikus mit dem Allerwelts-Pseudonym an ein Update eines Human League Covers der Dubstep-gone-Radioheadnachlassverwalter von Darkstar. Und was für Eins! Roberts entlockt dem Piano-Riff der Vorlage eine völlig neue Schönheit, die brillante Melodieführung arbeitet sich an feist jackenden Claps straight outta 1986 ab und irgendwie schafft er es erneut (und hier vielleicht sogar noch nachdrücklicher als auf “Glass Eights”) rohen Primitivismus mit schöngeistigem Musikantentum zu vermählen. Nochmal: Teufelskerl! (FA)

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02) Teengirl Fantasy – Cheaters

Zwei kaukasische College-Nerds zitieren afroamerikanische Kulturgeschichte. So weit, so gewöhnlich. Was Teengirl Fantasy aber aus einem käsigen Love Committee Sample machen, wie sie dieses in Verbindung mit rumpeligen Rolands und melancholischen Larry Heard Synths völlig entrücken und neu kontextualisieren, ist schon atemberaubend. Das hatte auch unangenehme Nebeneffekte, wie die Kolonisierung Jacks durch die Indiehipsterpresse, ist aber für sich alleine einer, wenn nicht der Track des Jahres. Weil er diese narkotisierte Verträumtheit der ganzen Hexenhauser soviel bestimmter und hymnischer verarbeitete. Weil seit Hercules & Love Affair niemand Chicago House so schön in Indiesprech übersetzt hat. Vielleicht aber auch einfach nur, weil “Cheaters” einzigartig ist. (FA)

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01) Beautiful Swimmers – Big Coast

Einen Hauch House, einen Schuss Reggae, eine Brise Afro-Cosmic, ein bisschen mit Leftfield würzen, eine Nuance Dub, einen Funken New Beat und was wäre die die Hitsingle 2010 ohne die dazugehörige Portion Disco?

Ari Goldman und Andrew Field-Pickering (der als Maxmillion Dunbar bereits auf Rang 43 von sich reden machte) haben es uns mit ihrer Hommage an die Cosmic-Legende Daniele Baldelli am Ende doch leicht gemacht, “Big Coast” der mehr als beachtlichen Konkurrenz vorzuziehen. So sehr die Single auch ‘over the top’ produziert ist und nach närrischer Cheesyness schreit: der einnehmende Groove der fordernden Bassgitarre, der verspielten Trompeten und zischenden Handclaps entfaltet eine konspirative magische Wirkung, die weit über das balearische EInzugsgebiet hinausgeht und massives Corossoverpotential hervorbringt.

Selbst Hip-Hop-DJs sollten an den punktgenauen Drums, die ständig zwischen Normal- und Reversemodus switchen, ihre helle Freude haben. Die Zulugesänge im Hintergrund locken Bambaatas Weltorganisation endlich wieder auf den Plan, sorgen für kollektiven Ausnahmezustand und Umdenken im Kinderzimmer. Runter mit den Kraftwerk-Postern und drauf mit Yello! Das ist die große Kunst der Undergroundsingle, die aus unerschöpflichen DJ-Einflüssen und auflösenden Genrekonventionen spirituellen Popappeal entfaltet und offenbar auch Wunder wirkt. Wie sagt jemand so schön bei Youtube: “I just grew a moustache and a Ferrari Testarossa showed up in my driveway. Best song ever.” (PO)

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——— 100-76

——— 75-51

——— 50-26